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Politik

Tote und Verletzte bei israelischen Luftangriffen

Die israelische Luftwaffe hat am Dienstag erneut mehrere schwere Angriffe auf Einrichtungen der palästinensischen Sicherheitsdienste im Westjordanland und im Gazastreifen geflogen.

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Zerstörtes Gebäude der palästinensischen Sicherheitsbehörden

Dabei wurden drei Palästinenser, darunter ein 14-jähriger Schuljunge, getötet und mehr als 150 verletzt. Zu den Zielen gehörte auch eine Polizeistation nahe dem Hauptquartier von Palästinenserpräsident Jassir Arafat, der bei dem Angriff unverletzt blieb. In der Nacht hatte die Armee bereits die Rollbahn des Flughafens von Gaza zerstört. Nach Informationen des israelischen Rundfunks wird die israelische Armee ihre Angriffe als Reaktion auf die palästinensischen Terroranschläge vom Wochenende in Haifa und Jerusalem in den nächsten Tagen weiter deutlich verstärken.

Langwieriger Konflikt

Israel befindet sich nach Ansicht von Ministerpräsident Scharon "in einem Krieg", für den Arafat die alleinige Verantwortung trage. In einer kurzen Fernsehansprache an die Bevölkerung sagte der Regierungschef, er gehe davon aus, dass dieser Konflikt noch lange dauern werde. Außenminister Peres wertete die Militäreinsätze "eher als eine Warnung". Arafat solle damit gezeigt werden, "dass er die Dinge in die Hand nehmen und die wirklichen Probleme angehen muss".

Der Hubschrauber von Jasser Arafat

Brennende Hubschrauber bei Gaza

Am Montag hatte die israelische Armee mit einer Reihe von Luftangriffen auf palästinensische Einrichtungen auf die blutigen Terroranschläge vom Wochenende in Israel reagiert. Raketensalven aus vier Kampfhubschraubern zerstörten am Nachmittag zwei der Hubschrauber von Arafat in Gaza und beschädigten einen dritten. Es war die erste dramatische Antwort auf die Anschläge vom Wochenende, bei denen drei palästinensische Selbstmordattentäter in Jerusalem und Haifa 25 Israelis mit in den Tod gerissen hatten.

Verhaftungswelle fortgesetzt

Nur zwei Stunden später griff Israels Luftwaffe mit Kampfflugzeugen eine Polizeistation in der Stadt Dschenin im Westjordanland an und zerstörte sie. Kampfhubschrauber beschossen außerdem ein Gebäude in Bethlehem mit Raketen. Dabei wurden offenbar mehrere Menschen verletzt.

Während Scharon, seine Minister und die Armeeführung über eine "extrem harte" Reaktion auf die Bluttaten vom Wochenende berieten, setzte die palästinensische Polizei ihre am Sonntag begonnenen Verhaftungen mutmaßlicher Mitglieder der extremen Gruppen Hamas und Islamischer Dschihad fort. Beobachter sprachen von der größten Verhaftungswelle in den Palästinensergebieten seit 1996.

Regierungskrise?

Der israelische Außenminister Schimon Peres hat inzwischen die Koalition mit dem konservativen Likud-Block von Ministerpräsident Ariel Scharon in Frage gestellt. Seine Arbeiterpartei überdenke ihre Zukunft in der Regierung, erklärte Peres, nachdem die Minister seiner Partei vorzeitig eine Kabinettssitzung verlassen hatten. In der Sitzung war es offenbar zum Streit über die Reaktion Israels auf die Serie palästinensischer Anschläge vom Wochenenden gekommen.

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