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Europa

Tote und Verletzte bei Amoklauf

Ein Amokläufer hat in einem Einkaufszentrum in den Niederlanden um sich geschossen und sechs Menschen getötet. Danach richtete er die Waffe gegen sich selbst.

Sanitäter transportieren Mensch, der auf Trage liegt (Foto: ap)

Helfer kümmerten sich um die Notversorgung der Opfer

Alles sah in der holländischen Gemeinde Alphen aan den Rijn nach einem unbeschwerten sonnigen Samstag aus - bis ein Mann im Tarnanzug das örtlichen Einkaufszentrum betrat, eine Maschinenpistole zückte und wahllos um sich schoss. Er ermordete sechs Menschen. Unter den Opfern sind auch Kinder. Zehn Menschen wurden verletzt, einige schweben in Lebensgefahr. Danach tötete der als "groß, blond und blauäugig" beschriebene Mann sich selbst vor geschockten Augenzeugen mit einem Kopfschuss. Dafür habe der etwa 25-jährige Mann eine andere Waffe benutzt, hieß es bei der Polizei.

Sanitäter kümmern sich um Opfer (Foto: ap/dapd)

Unter den Opfern sind auch Kinder

Die Identität des Täters sei rasch ermittelt worden, sagte die zuständige Staatsanwältin Kitty Nooy. Um die Ermittlungen nicht zu gefährden, wolle man zunächst nicht mehr sagen, als dass es sich um einen einheimischen Niederländer handele. Die Wohnung des jungen Mannes sei auch wegen Gerüchten über eine angebliche Hortung von Sprengstoff und Waffen durchsucht worden, bestätigte die Staatsanwältin am Samstag auf Nachfrage. Ob die Polizei dabei fündig wurde, wollte sie nicht sagen.

Panik bricht aus

Der Mann soll mehr als zehn Minuten gefeuert haben bis das Magazin leer war. In dem Einkaufszentrum sei Panik ausgebrochen, sagte Maart Verbeek, der dort eine Tierhandlung betreibt, dem staatlichen Rundfunksender NOS. Die Menschen seien durcheinander gelaufen. Aus seinem Laden heraus habe er den Schützen vorbeigehen sehen, mit einem Maschinengewehr bewaffnet. Er habe offenbar wahllos um sich geschossen, sagte Verbeek.

Erst vor knapp einem Monat hatte es in der bis dahin als völlig friedlich geltenden Gemeinde eine Schießerei mit zwei Toten gegeben, berichtete der Bürgermeister Bas Eenhorn. Inzwischen sei aber klar, dass "absolut kein Zusammenhang" mit dem Amoklauf bestehe, sagte der Bürgermeister.

Hubschrauber über Gebäude (Foto: ap/dapd)

Die Polizeit rückte auch mit einem Hubschrauber am Ort des Geschehens an

Königin Beatrix (73) bekundete den Opfern ihr Beileid. Die Königin sei "sprachlos angesichts des enormen Leids, das so vielen Menschen zugefügt wurde", sagte ein Hofsprecher. Beatrix hatte erst vor zwei Jahren mit angesehen, wie ein Attentäter versuchte, mit seinem Auto ihren Bus zu rammen. Der 38-Jährige riss dabei am 30. April 2009 fast 20 Menschen zu Boden, von denen sieben starben. Auch er selbst erlitt tödliche Verletzungen.

Schockierende Massaker

Amokläufe haben die Öffentlichkeit schon oft schockiert. Erst am 7. April richtete ein junger Mann in einer Schule in Rio in Brasilien eine Waffe auf mehrere Kinder. Bei dem Massaker starben zehn Mädchen und ein Junge. Ein weiterer Junge erlag später im Krankenhaus seinen Verletzungen. Der Täter brachte sich nach der Tat um. Am 11. März 2009 erschoss in Winnenden bei Stuttgart ein 17-Jähriger 15 Menschen und sich selbst. Die Waffe hatte er seinem Vater, einem Sportschützen, entwendet. Am 26. April 2002 richtet ein Ex-Schüler am Erfurter Gutenberg-Gymnasium (Thüringen) ein Blutbad an. Schwarz vermummt und schwer bewaffnet zog der 19-Jährige durch das Gebäude und erschoss 16 Menschen. Auch er tötete anschließend sich selbst. Er war der Schule verwiesen worden und wollte sich dafür rächen.

Autor: Martin Schrader (dapd, dpa)
Redaktion: Siegfried Scheithauer