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Sri Lanka

Tote nach Einsturz von Müllkippe

Bei einer Müllberg-Katastrophe in Sri Lanka sind mindestens 26 Menschen ums Leben gekommen - darunter viele Kinder. Schuld sollen mangelnde Sicherheitsvorkehrungen sein.

Nach langen Regenfällen kam ein riesiger Müllberg auf der Müllhalde in Meethotamulla, einem Vorort der Hauptstadt Colombo, am Freitag ins Rutschen. Der Müll begrub zahlreiche Häuser und Menschen unter sich. Nach Angaben der Polizei waren unter den zahlreichen Toten auch mehrere Kinder im Alter zwischen elf und 15 Jahren. Bei dem Einsturz wurden auch mehrere Menschen verletzt, und mehr als 100 Häuser zerstört. 

Nach einem Hangrutsch eines Müllbergs wurde das Haus völlig zerstört. (Foto: Reuters/D. Liyanawatte)

Über 90 Meter war der Müllberg hoch

Ein Militärsprecher sagte, die Bergungsarbeiten würden fortgesetzt, aber 24 Stunden nach dem Unglück seien die Chancen, noch Überlebende zu finden, sehr gering. Präsident Maithripala Sirisena ordnete den Einsatz von Soldaten bei der Rettungsaktion an. Mehrere hundert Soldaten durchkämmten das Gebiet um die Müllhalde und versuchten, Überlebende und Opfer aus dem Unrat zu bergen. Bagger waren im Einsatz, um Wege freizuräumen. Nach Angaben der Polizei wurden 625 Menschen notdürftig in einer Schule untergebracht.

Warnung vor drohenden Gefahren

Nach dem Unglück wurde Kritik an den mangelnden Sicherheitsvorkehrungen im Umfeld der Deponie laut. Seit langer Zeit war vor einer Gefahr für Anwohner gewarnt worden. Viele Anwohner der Müllhalde hatten wegen des starken Regens zum Zeitpunkt der Katastrophe ihre Behausungen bereits verlassen. Die Zahl der Opfer wäre sonst noch viel höher gewesen, sagte ein Behördensprecher.

Sri Lanka Mindestens 19 Menschen bei Müll-Katastrophe in Colombo getötet (Foto: Reuters/D. Liyanawatte)

Viele Soldaten helfen bei den Bergungsarbeiten

Die Müllkippe wächst täglich um rund 800 Tonnen Müll, insgesamt sollen dort etwa 23 Millionen Tonnen Abfall gelagert sein. Gesundheitsexperten warnen seit langem vor den Gefahren, das srilankische Parlament hatte kürzlich die Schließung der Halde verlangt. Die Behörden versandten an 15 Haushalte Räumungsaufforderungen. Es gibt Pläne zum Bau eines Kraftwerks, mit dem durch die Verbrennung des Mülls Energie gewonnen werden soll.

pab/qu (afp, ap, dpa)

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