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Naturkatastrophen

Tote bei Waldbränden in Portugal und Spanien

Bei einer weiteren Serie von Waldbränden auf der iberischen Halbinsel sind in den vergangenen Tagen mindestens fünf Menschen gestorben. Ein historischer Sturm verschärft die Situation dramatisch.

Besonders betroffen von den aktuellen Waldbränden sind Regionen in Zentral- und Nordportugal sowie im Norden und Nordosten Spaniens. In der spanischen Gemeinde Nigrán wurden nach Behördenangaben am Sonntagabend die verkohlten Leichen zweier Männer in einem ausgebrannten Lieferwagen gefunden. Ministerpräsident Mariano Rajoy sprach den Angehörigen der Opfer auf Twitter sein Beileid aus.

Im Zentrum Portugals starben insgesamt drei Menschen in den Ortschaften Penacova und Serta, wie eine Sprecherin des Zivilschutzes mitteilte.

Hunderte Brandherde

Nach Angaben der Behörden in beiden Ländern gab es in Spanien und Portugal insgesamt mehr als 250 Feuer. Allein in Portugal wurden die Flammen auch nach Einbruch der Dunkelheit von rund 5500 Angehörigen der Feuerwehr, des Zivilschutzes und der Streitkräfte bekämpft. Dort mussten zahlreiche Landstraßen und auch drei Autobahnen gesperrt werden. Medien berichteten von "Hunderten bis Tausenden Menschen", die nachts in ihren Fahrzeugen festsaßen.

Spanien Waldbrände in Galicien (Getty Images/AFP/M. Riopa)

Freiwillige kämpfen in Galicien verzweifelt gegen die Flammen

In Spanien hat die staatliche Eisenbahngesellschaft die Verbindung zwischen Barcelona und der besonders schwer unter der Feuersbrunst leidenden galizischen Metropole Vigo eingestellt. In der Hafen- und Industriestadt mit rund 300.000 Einwohnern mussten Medienberichten zufolge ein Einkaufszentrum sowie mehrere Fabriken und Wohnanlagen evakuiert werden. Tausende Menschen wurden aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen und Notunterkünfte aufzusuchen.

Spanien Waldbrände in Galicien (Getty Images/AFP/M. Riopa)

In der galicischen Metropole Vigo bilden Bewohner Ketten, um mit Wassereimern die Flammen zu bekämpfen

Trockenheit, Hurrikan - und Brandstifter

Der Ausbruch und die Ausbreitung der Brände wurden nach Angaben der Feuerwehr von der lang andauernden Trockenheit und für die Jahreszeit außergewöhnlich hohen Temperaturen begünstigt. Hinzu kamen starke Winde, die von Meteorologen als Ausläufer des Hurrikans "Ophelia" identifiziert wurden. Ihren Angaben zufolge ist es der stärkste Hurrikan, der jemals so weit östlich über dem Atlantik registriert wurde. Seit 1939 ist kein anderer Tropensturm überhaupt so weit Richtung Europa gekommen.

Es wird damit gerechnet, dass "Ophelia" am Montagmorgen Irland erreicht - zwar in abgeschwächter Form "nur" als außertropisches Sturmtief, aber immer noch mit Windgeschwindigkeiten von 120 km/h.

Neben den natürlichen Ursachen für die Waldbrände soll es auch zu Fällen von Brandstiftung gekommen sein. Der Regierungschef der Region Galizien, Alberto Núñez Feijóo, sprach im Fernsehen von "Verdächtigen", es gebe aber noch keine Festnahmen. Grundsätzlich sei die Lage "besorgniserregend". Allein in Galicien seien seit Freitag 4000 Hektar Wald von den Flammen zerstört worden.

Hoffen auf Hilfe von oben

Die nationale Wetterbehörde hat für die kommenden Tage niedrigere Temperaturen und Regen vorhergesagt. Die Feuerwehrleute und alle Freiwilligen hoffen, dass die Wetteränderung ihnen beim Kampf gegen die Flammen hilft.

Für Spanien und Portugal ist es bereits die zweite Serie von verheerenden Waldbränden in diesem Jahr. Vor vier Monaten starben mehr als 60 Menschen in den Flammen.

mak/cw (afpe, dpa, rtre)