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Politik

Tote bei Unruhen in Caracas

Bei schweren Unruhen in Venezuela sind zwei Menschen ums Leben gekommen. Polizisten und Soldaten lieferten sich in Caracas Straßenschlachten mit Demonstranten, die den Rücktritt von Präsident Hugo Chávez forderten.

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Beobachter kristisieren "zu hartes" Vorgehen gegen Demonstranten


Zwei Menschen sind bei neuen schweren Unruhen am Freitag (27.2.2004) in Venezuela ums Leben gekommen. Bei den Zusammenstößen seien zudem mindestens 20 Menschen schwer verletzt worden. Rund 350 Menschen, darunter etwa 20 Kinder, hätten wegen verschiedener Probleme und kleinerer Verletzungen behandelt werden müssen, hieß es.

Die Unruhen überschatteten die Eröffnung einer zweitägigen Gipfel-Konferenz der "Gruppe der 15" (G-15), einer Organisation von Schwellen- und Entwicklungsländern. In seiner Eröffnungsrede erwähnte der umstrittene Linksnationalist Chávez die Zusammenstöße nicht.

Chavez fordert Ablehnung von Freihandelspolitik

Zu den Zusammenstößen kam es, während Chávez in seiner Rede die Vertreter der armen Länder aufforderte, die Freihandelspolitik der westlichen Staaten abzulehnen. Ungeachtet deren Globalisierungsabsichten würden die reichen Staaten ihre eigenen Industrien mit Milliarden Dollar subventionieren und ihre Märkte gegen Produkte aus Dritte-Welt-Ländern abschotten, sagte Chávez.

Die Polizei bekämpfte einen Protestmarsch von Tausenden Oppositionellen den Angaben zufolge mit Tränengas, Gummigeschossen und Panzern. Die Beamten wurden mit Steinen und Stöcken beworfen. Es habe aber auch heftige Schießereien aus dem Hinterhalt gegeben.

"Brutaler Angriff auf Demonstranten"

Die Demonstranten errichteten brennende Straßenbarrikaden. Außerdem seien einige Läden geplündert worden. Der oppositionelle Bürgermeister von Caracas, Alfredo Pena, beklagte einen "brutalen Angriff auf friedliche Demonstranten". Reportagen über die Ausschreitungen in privaten Fernseh- und Radiosendern wurden von der Regierung durch Berichte über den Gipfel ersetzt.

Die Opposition wollte vor den G-15-Tagungsort ziehen und dort gegen eine Entscheidung der Wahlbehörde zu Gunsten des von einem Amtsenthebungsreferendum bedrohten Chávez protestieren. Die Wahlbehörde CNE will 1,4 Millionen von insgesamt 3,4 Millionen Unterschriften, die die Opposition für den Referendumsantrag gesammelt hatte, nicht direkt anerkennen. Sie wird die Betroffenen aufrufen, die Unterschrift erneut in Gegenwart eines CNE-Beamten zu leisten. Nötig für das Referendum sind laut Verfassung knapp 2,5 Millionen Unterschriften.

Vizepräsident Jose Vicente Rangel warf der Opposition vor, die Gewalt geschürt zu haben. 50.000 Soldaten und Polizisten waren nach Caracas verlegt worden, um während des Gipfels für Ruhe zu sorgen. (ali)

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