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Aktuell Asien

Tote bei Selbstmordanschlag in Afghanistan

Im Osten Afghanistans haben Aufständische ihre Anschläge auf ausländische Soldaten fortgesetzt, während die Kandidaten der Präsidentenwahl über das Ergebnis streiten. Die USA warnen vor einer unerlaubten Machtübernahme.

Die Taliban bekannten sich zu dem Anschlag: Ein Selbstmordattentäter der radikalislamischen Miliz zündete im Distrikt Bagram einen Sprengsatz auf einem Motorrad. Er riss dabei 16 Menschen mit in den Tod. Unter ihnen sind vier tschechische Soldaten der Nato-Schutztruppe Isaf.

Attentäter schlug vor einer Klinik zu

Nach Angaben eines Sprechers der Provinzregierung griff der Attentäter an, als die Soldaten eine Klinik in der Gegend besuchten. Bei den anderen Opfern handele es sich um zehn Zivilisten und zwei Polizisten. Acht Menschen seien verletzt worden, darunter ein Kind. Die Isaf bestätigte den Tod von vier ihrer Soldaten. Zur deren Nationalität äußerte sie sich wie üblich aber nicht.

Abdullah Abdullah (Foto: dpa)

Ex-Außenminister Abdullah Abdullah fühlt sich um seinen Sieg betrogen

Der Osten von Afghanistan gehört zu den gefährlichsten Teilen des Landes, in dem die Isaf-Soldaten seit Jahren im Einsatz sind. Bis Ende des Jahres sollen sämtliche ausländischen Kampftruppen abziehen. Anschließend soll eine internationale Ausbildungs- und Unterstützungsmission das Land weiter stabilisieren.

Sorge vor Parallel-Regierung

Angesichts des Streits über das Ergebnis der Präsidentenwahl warnte US-Außenminister John Kerry vor einer unrechtmäßigen Machtübernahme in Kabul. Ansonsten stünden die finanzielle und sicherheitspolitische Unterstützung der USA und der Staatengemeinschaft auf dem Spiel, heißt es in einer Erklärung Kerrys.

Berichte über Proteste und Andeutungen hinsichtlich einer Parallel-Regierung habe er mit größter Sorge zur Kenntnis genommen.

Ex-Außenminister Abdullah beansprucht Wahlsieg

Der bei der Stichwahl um das Präsidentenamt unterlegene frühere Außenminister Abdullah Abdullah hatte bereits am Montag erklärt, das Wahlergebnis nicht anerkennen zu wollen. Vor Tausenden Anhängern, die sich an diesem Dienstag in Kabul versammelt hatten, bekräftigte er seinen Sieg. Nach Angaben der Wahlkommission hat dagegen der frühere Weltbank-Volkswirt Aschraf Ghani die Abstimmung gewonnen. Für ihn hätten 56,44 Prozent der Wähler gestimmt, für Abdullah 43,56 Prozent. In der ersten Runde hatte Abdullah noch deutlich vorne gelegen.

Die Wahlkommission betonte, zunächst die zahlreichen Beschwerden über Wahlbetrug prüfen zu wollen. Erst dann könne Ghani als Sieger ausgerufen werden. Das amtliche Endergebnis soll am 22. Juli veröffentlicht werden.

uh/as (dpa,afp,rtr)