Tote bei Selbstmordanschlägen in Nigeria | Aktuell Afrika | DW | 22.06.2015
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Aktuell Afrika

Tote bei Selbstmordanschlägen in Nigeria

Zwei Selbstmordattentäterinnen haben sich in der nordöstlichen Stadt Maiduguri in die Luft gesprengt und viele Menschen mit in den Tod gerissen. Vermutlich steckt die islamistische Boko Haram dahinter.

Mindestens 20 Menschen wurden getötet, als sich eine der Attentäterinnen in der Nähe eines Busbahnhofs in die Luft sprengte. Wie ein Mitglied einer Bürgerwehr, die im Kampf gegen die islamische Extremistenorganisation Boko Haram steht, weiter mitteilte, wurden mindestens 50 Menschen bei dem Anschlag in der Nähe eines Fischmarktes verletzt.

Zwei Teenager mit Sprengstoff

Der Anschlag trug die Handschrift der islamistischen Terrororganisation Boko Haram, die im mehrheitlich muslimischen Norden von Nigeria einen islamischen Gottesstaat errichten will. Andere Zeugen berichten zudem von einer zweiten Jugendlichen, die sich zunächst auch am Ort des Anschlags aufgehalten habe, dann aber weggelaufen sei. Ihr Sprengstoff explodierte in einiger Entfernung. Außer ihr wurden dabei keine weiteren Menschen getötet.

Hunderte Frauen verschleppt

Hunderte Frauen und Mädchen befinden sich in der Gewalt von Boko Haram. Sie wurden bei Überfällen von den Kämpfern verschleppt. Die, die später entkommen konnten, berichten von Zwangsverheiratungen, sexuellem Missbrauch und erzwungenen Kampfeinsätzen für die Islamisten. Nach Angaben von Sprengstoffexperten sind die von den Selbstmordattentäterinnen getragenen Sprengsätze in vielen Fällen mit Fernsteuerung ausgestattet. Die Mädchen haben somit keinerlei Einfluss darauf, wann ihr Sprengsatz detoniert.

Buhari hatte Boko Haram den Kampf angesagt

Seit dem Amtsantritt von Präsidenten Muhammadu Buhari am 29. Mai gab es vermehrt Anschläge in Maiduguri. Buhari hatte angekündigt, er werde den Kampf gegen Boko Haram verstärken und die Kommandozentrale dafür in Maiduguri einrichten. Alleine im Juni gab es dort vier Anschläge. Seit dem Jahr 2009 tötete die Gruppe nach UN-Angaben mehr als 15.000 Menschen.

uh/mak (afp,ap)