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Welt

Tote bei schwerer Explosion in Ankara

In der türkischen Hauptstadt Ankara hat es eine schwere Detonation gegeben. Mehrere Menschen wurden getötet. Die Behörden gehen von einem Anschlag aus. Eine verdächtige Frau wurde festgenommen.

Feuerwehrmänner bei den Löscharbeiten (Foto: dapd)

Flammen und ausgebrannte Autos nach der Explosion

Bei einer schweren Explosion im Zentrum Ankaras sind am Dienstag (20.09.2011) nach Angaben des Innenministers Naim Sahin drei Menschen getötet und mindestens 15 verletzt worden. Die Staatsanwaltschaft sprach von einem Terroranschlag. Die Explosion ereignete sich vor einem Verwaltungsgebäude im Bezirk Cankaya. In dem Viertel befinden sich mehrere Regierungsgebäude. Bilder des türkischen Fernsehens zeigten mehrere brennende Autos und zerborstene Fensterscheiben.

Die Explosion habe sich an einem Ort mit hoher Verkehrsdichte ereignet, sagte Innenminister Sahin. "Es sieht so aus, als ob beabsichtigt worden sei, so viele Menschen wie möglich in Mitleidenschaft zu ziehen." Er erklärte, drei Leichen seien in einem Gebäude in der Nähe des Anschlagsorts entdeckt worden. Mindestens fünf der Verletzten schwebten in Lebensgefahr.

Die Polizei evakuierte das Gebiet rund um die Explosion herum (Foto: dapd)

Polizei und Bombenexperten am Ort der Explosion

Auch Vize-Regierungschef Bülent Arinç geht von einem Anschlag aus. "Es liegen Informationen vor, dass die Detonation durch eine Bombe verursacht wurde", sagte Arinç. Ein Auto, in dem sich ein Sprengsatz befunden habe, habe Feuer gefangen. Bis zum frühen Nachmittag bekannte sich jedoch niemand zu der Tat.

Die Polizei nahm jedoch eine Frau am Tatort fest, die "Lang lebe unser Kampf!" rief, als sie von den Beamten abgeführt wurde, wie auf einem Video der Nachrichtenagentur Dogan zu sehen war.

Polizei evakuiert Gebiet

Der Gouverneur von Ankara, Alaadin Yüksel, wollte zunächst nicht von einem Anschlag sprechen. Man gehe jeder Spur nach. Bezirksbürgermeister Bülent Tanik sagte, ein Angestellter seiner Verwaltung habe gesehen, wie jemand aus einem angrenzenden Haus eine brennende Gasflasche geworfen habe. Auch diese könnte die Ursache für die Explosion gewesen sein.

Die Detonation war in kilometerweiter Entfernung zu hören, dunkle Rauchwolken zogen über die Stadt. Aus Sorge vor einer weiteren Explosion sperrte die Polizei die Gegend weiträumig ab. Nach Fernsehberichten trafen Bomben- und Anti-Terrorismus-Experten am Ort des Geschehens ein, um bei den Ermittlungen zu helfen.

Gül spricht von "Terror"

Der türkische Staatspräsident Abdullah (Foto: dapd)

Der türkische Staatspräsident Gül sprach von Terror gegen die Bevölkerung

Der türkische Staatspräsident Abdullah Gül reagierte bestürzt auf die Explosion. Gül, der sich für einen mehrtägigen Staatsbesuch in Deutschland aufhält, sprach in Osnabrück von "Terror gegen die Zivilbevölkerung". Er sprach den Opfern sein Mitgefühl aus.

Die Hintergründe für den mutmaßlichen Anschlag waren unklar. In der Vergangenheit hatten sich mehrere Anschläge in türkischen Großstädten ereignet. Verantwortlich dafür waren oftmals Rebellen der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK). Die PKK, die von den USA und der Europäischen Union als Terrororganisation eingestuft wird, kämpft seit 1984 für eine Loslösung der kurdischen Gebiete von der Türkei.

Autorin: Naima El Moussaoui (mit afp, rtr, dapd)

Redaktion: Martin Schrader

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