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Aktuell Amerika

Tote bei Schneesturm an der US-Ostküste

Ein heftiger Wintersturm hält den Osten der USA weiter im Griff. Mindestens 19 Menschen kommen ums Leben, viele Straßen sind unpassierbar, Flüge und Züge fallen aus. 68 Zentimeter Neuschnee in New York.

Dass die Warnungen der Meteorologen vom Nationalen Wetterdienst berechtigt waren, wurde schnell deutlich. Der Schneesturm, der in den US-Medien als "Snowzilla" bezeichnet wird, brachte das öffentliche Leben in weiten Teilen des Ostens der USA komplett zum Erliegen.

Nach jüngsten Angaben der Behörden starben mindestens 19 Menschen. In New York und Maryland kamen nach Polizeiangaben insgesamt vier Menschen offenbar durch Herzversagen beim Schneeschippen ums Leben. 13 Personen starben bei Autounfällen in den Bundesstaaten North Carolina, Virginia, Ohio, Tennessee, Arkansas und Kentucky. In Virginia starben zwei Menschen an Unterkühlung.

Stromausfälle treffen Hunderttausende

Es gab Hunderte Verkehrsunfälle, Autofahrer strandeten auf den Straßen, auf vielen Flughäfen ging nichts mehr. Rund 9400 Inlandsflüge wurden bislang am Wochenende gestrichen. Bereits für Montag wurden weitere 600 Flüge ausgesetzt. Mehr als 220.000 Menschen waren nach Medienberichten zeitweise ohne Strom.

Unter der Last des Schnees waren viele der überirdisch verlaufenden Stromleitungen zusammengebrochen. Vor allem in den Küstengebieten wuchs zudem die Gefahr von Überschwemmungen durch starke Winde.

In weiten Teilen der Region schneite es ununterbrochen, etwa in der Bundeshauptstadt Washington. Besonders heftig traf es auch New York. Dort fielen 68 Zentimeter Neuschnee. Elf Bundesstaaten von Georgia bis New York sowie die Stadt Washington hatten wegen des Blizzards den Notstand ausgerufen, um leichter an staatliche Gelder und Unterstützung zu kommen.

Polizei pocht auf Fahrverboten

In New York untersagte Gouverneur Andrew Cuomo alle Autofahrten in der Innenstadt, in Long Island sowie auf Brücken und in Tunneln von und nach New Jersey. Die Polizei postierte sich an Kontrollpunkten und nahm Fahrer fest, die sich der Anordnung widersetzten. Allein in New York City gab es mehr als 300 Unfälle. In Kentucky bildete sich auf einer eisglatten Autobahn ein 56 Kilometer langer Stau.

USA Washington Blizzard Schneesturm Schneemann

Trotz aller Risiken: Der Blizzard kann auch schöne Seiten haben

Auch der Zugverkehr in und um die Stadt sowie der U-Bahn-Verkehr auf oberirdischen Gleisen und der öffentliche Busverkehr wurden komplett eingestellt. Die Züge seien vereist und blieben liegen, teilten die Behörden mit. Die Schneefront hatte sich am Freitag von Georgia über Kentucky und North Carolina nordwärts ausgebreitet, in zahlreichen Gebieten musste sich die Bevölkerung auf 36 Stunden ununterbrochenen Schneewirbel einstellen. In Washington wurde der Nahverkehr bis Montagmorgen ganz eingestellt.

Von Wetterwarnungen waren 85 Millionen Menschen, ein Viertel der Gesamtbevölkerung, in mindestens 20 Bundesstaaten der USA betroffen. Viele hatten sich, gewarnt durch die Medien, vorab mit Lebensmittelvorräten versorgt. Der Nationale Wetterdienst (NWS) rechnet mit Kosten, die der Schneesturm verursacht hat, von fast einer Milliarde Dollar. Metereologen sehen das Aufeinandertreffen der Warmluft vom Atlantik und der kalten Luft aus den amerikanischen Gebieten in denen Wintertemperaturen herrschen, als Auslöser für den ungewöhnlich starken Schneesturm und seine Folgen.

haz/ml/cgn (dpa, rtr, afp)