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Aktuell Nahost

Tote bei Raketenangriff auf Flüchtlingscamp im Jemen

Saudische Kampfflieger haben im Jemen ein Flüchtlingslager bombardiert und viele Menschen getötet. Auch in der Hauptstadt Sanaa gab es Luftangriffe. Sie richteten sich gegen Stellungen der Huthi-Milizen.

Insgesamt vier Angriffe hätten die Kampfflugzeuge auf das Flüchtlingslager Al-Masrak nahe der Grenze zu Saudi-Arabien geflogen, hieß es aus Sicherheitskreisen im Jemen. Die Internationale Organisation für Migration (IOM) sprach von 40 Toten und etwa 200 Verletzten.

Nach Angaben aus Sicherheitskreisen hatten sich etwa 700 Flüchtlinge in dem Camp aufgehalten. Wie humanitäre Helfer sagten, befindet sich in der Nachbarschaft des Flüchtlingslagers eine Militäreinrichtung.

Tag Fünf der Luftangriffe

Auch die Hauptstadt Sanaa war am fünften Tag in Folge wieder Ziel der Luftschläge. Nach Augenzeugenberichten bombardierten Kampfjets der Militärkoalition unter saudischer Führung den Präsidentenpalast und mehrere militärische Ziele. Der Nachrichtenkanal Al-Arabija meldete, auch eine Raketenbasis an der Küste des Roten Meeres sei angegriffen worden.

Aus Sicherheitskreisen hieß es zudem, die Jets hätten auch einen Militärkonvoi der Huthis nahe der südjemenitischen Stadt Aden ins Visier genommen. Die Rebellen und ihre Verbündeten versuchen weiterhin, die Stadt unter Kontrolle zu bringen. In den vergangenen beiden Tagen seien bei Kämpfen in der Region mindestens 60 Menschen ums Leben gekommen, berichteten Sicherheitsquellen.

Wie verhält sich Pakistan?

Saudische Bodentruppen und pakistanische Soldaten begannen unterdessen an der Grenze zum Jemen eine gemeinsame Militärübung. Diese stehe jedoch in keiner Verbindung zu laufenden Militäreinsätzen, zitierte die staatliche saudische Nachrichtenagentur SPA einen hohen General. Pakistan hat bislang noch nicht entschieden, ob es sich an dem Kriegseinsatz im Jemen beteiligt.

Machtkampf in der Region

Saudi-Arabien und seine arabischen Verbündeten hatten in der vergangenen Woche mit Luftangriffen gegen die Huthis-Rebellen begonnen. Damit unterstützen die sunnitisch dominierten Länder den jemenitischen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi, der vor den Rebellen geflohen ist und sich derzeit im Ausland aufhält. Die schiitischen Huthis hatten in den vergangenen Monaten große Teile des Landes unter Kontrolle gebracht und Staatschef Hadi abgesetzt. Unterstützt werden sollen die Huthis vom schiitisch geprägte Iran.

China und Indien holen Bürger heim

Unterdessen hat China damit begonnen, seine Staatsbürger aus dem Jemen zu bringen. Weitere 450 Chinesen seien außer Landes gebracht worden, hieß es nach Angaben chinesischer Staatsmedien. Bereits am Sonntag waren nach Angaben des Außenministeriums in Peking 122 Staatsbürger evakuiert worden. Auch Indien holte 400 seiner Staatsbürger aus dem Jemen. Sie seien über das Meer nach Dschibuti gebracht worden und würden von dort nach Indien geflogen, teilte das Außenamt in Neu Delhi mit. Wegen der Luftangriffe und Gefechte im Jemen hatten am Samstag bereits die Vereinten Nationen große Teile ihres internationalen Personals aus dem Jemen abgezogen.

cw/hf (dpa, rtr, rtre, afp, afpe)