Tote bei Protesten gegen Rentenreform in Nicaragua | Aktuell Amerika | DW | 21.04.2018
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Gewaltsame Ausschreitungen

Tote bei Protesten gegen Rentenreform in Nicaragua

Seit Tagen gibt es in Nicaragua Proteste gegen die Regierung Ortega. Nun ist die Lage eskaliert. Bei den Protesten wurden mehrere Menschen getötet.

Bei Protesten gegen eine Reform der Sozialversicherung haben sich Demonstranten und die Polizei in Nicaragua heftige Auseinandersetzungen geliefert. Die Demonstranten schleuderten in der Hauptstadt Managua Steine auf die Beamten und errichteten Barrikaden. Die Sicherheitskräfte feuerten Gummigeschosse in die Menge.

Nicaragua Ausschreitungen und Proteste (Foto: Reuters/J.C. Ulate)

"Keine Diktatur, freies Nicaragua" fordern die Demonstranten

Mindestens zehn Menschen wurden bei den Krawallen am Donnerstag und Freitag getötet, viele wurden verletzt. Das teilte Vizepräsidentin Rosario Murillo in Managua mit. Es habe "Zusammenrottungen" und "Besetzungen" von Demonstranten gegeben, die den "Frieden und die Eintracht" im Land zerstören wollten, sagte Murillo, die mit Staatschef Daniel Ortega verheiratet ist. 

Gegen die Regierung Ortegas

Die Demonstrationen richten sich gegen die Erhöhung der Sozialversicherungsbeiträge um bis zu 22,5 Prozent für über 700.000 Beschäftigte. Es sind die bislang heftigsten sozialen Proteste gegen die Regierung von Präsident Daniel Ortega. Der Präsident werde die Einladung von Wirtschaftsvertretern zu Gesprächen annehmen, sagte Murillo. Ortega werde sich am Samstag gemeinsam mit den Chefs von Polizei und Armee an die Bevölkerung wenden, fügte die Vizepräsidentin und Präsidentengattin hinzu. 

Die Unruhen sind der Höhepunkt einer Serie von Demonstrationen und Protesten, die das mittelamerikanische Land seit den umstrittenen Kommunalwahlen im vergangenen November erschüttern. Der frühere Rebellenkommandeur hatte bereits nach dem Sieg der sandinistischen Revolution von 1985 bis 1990 regiert und war 2007 an die Macht zurückgekehrt. Ortega hat sich von seinen sozialistischen Idealen längst verabschiedet und fährt mittlerweile einen eher neoliberalen Wirtschaftskurs. Kritiker werfen ihm vor, eine autoritäre Familiendynastie an der Staatsspitze zu etablieren und öffentliche Gelder über dunkle Kanäle in die Taschen seines Clans zu leiten.

sam/stu (afp, dpa)

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