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Aktuell Welt

Tote bei Protesten gegen Islamisten

In Ägypten sind bei gewaltsamen Protesten gegen Präsident Mursi und seine von den Islamisten kontrollierte Regierung mehrere Menschen getötet worden. In Suez übernahm das Militär die Kontrolle.

Nach Suez wurden Soldaten und gepanzerte Fahrzeuge entsandt, nachdem es in der Kanalstadt zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen war. Nach unterschiedlichen Berichten wurden zwischen sechs und neun Menschen getötet. Der Armeeeinsatz sei notwendig geworden, da die Polizei die Kontrolle über die Stadt verloren habe, erklärte der Chef der Sicherheitsbehörde von Suez, General Adel Refat. Die Soldaten übernahmen die Bewachung wichtiger Gebäude wie der Polizeizentrale und der lokalen Regierung.

In mehreren ägyptischen Städten waren am Freitag (25.01.2013), dem zweiten Jahrestag des Beginns der Revolution gegen den damaligen Machthaber Husni Mubarak Tausende Menschen auf die Straßen gegangen. Die Demonstrationen richteten sich gegen den aus der islamistischen Muslimbruderschaft stammenden Präsidenten Mohammed Mursi und seine  Regierung.

Die oppositionellen Demonstranten warfen Mursi vor, die Revolution verraten zu haben und Ägypten in einen islamischen Gottesstaat verwandeln zu wollen. Zu Zusammenstößen mit der Polizei kam es außer in Suez auch bei Demonstrationen in Kairo, Alexandria und Ismailia. Nach Angaben des ägyptischen Gesundheitsministeriums wurden bei den Krawallen sieben Menschen getötet, sechs in Suez und einer in Ismailia. Demnach wurden außerdem landesweit mehr als 450 Menschen verletzt. In einigen Medienberichten ist hingegen allein von neun Toten in der Stadt Suez die Rede.

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Tahrir-Platz wieder Zentrum des Protests

Auf dem Tahrir-Platz in Kairo (Artikelbild), auf dem vor zwei Jahren der Aufstand gegen Mubarak begonnen hatte, waren am Freitag zehntausende Menschen zusammengekommen. Auf Transparenten war zu lesen: "Zwei Jahre seit der Revolution - wo bleibt die soziale Gerechtigkeit?" Die Demonstranten riefen Slogans wie "Nieder mit der Herrschaft der Muslimbrüder" und "Freiheit, Brot und soziale Gerechtigkeit", die Parole der Revolution von 2011. Während es auf dem Tahrir-Platz relativ friedlich blieb, kam es in zwei Nebenstraßen zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen der Polizei und Demonstranten. Auch rund um den Präsidentenpalast kam es zu Straßenschlachten, bei denen Steine flogen. Die Polizei setzte Tränengas ein. Mursi fuhr durch einen Hintereingang in den von Demonstranten belagerten Präsidentenpalast.

Über den Kurznachrichtendienst Twitter und das soziale Internet-Netzwerk Facebook rief der Staatschef die Bürger zur Ruhe auf. Er appelliere an alle Ägypter, für die "edlen Werte der Revolution einzutreten, ihre Meinungen frei und friedlich zu äußern und der Gewalt zu entsagen", hieß es in den Mitteilungen Mursis. Für die Gewalt seien "Kriminelle" verantwortlich, die von der Justiz zur Rechenschaft gezogen würden. Nach Angaben des Präsidenten sind auch Polizisten unter den Todesopfern der Ausschreitungen.

wl/uh (dpa, afp, rtr, dapd)

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