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Aktuell Europa

Tote bei neuen Kämpfen in der Ukraine

Einen Tag vor dem geplanten Ukraine-Krisengipfel wollen offenbar alle Seiten vor einer möglichen Feuerpause noch Land gewinnen. Bundesaußenminister Steinmeier warnt vor einem Scheitern der Gespräche.

In der ostukrainischen Stadt Kramatorsk hat es nach Angaben der ukrainischen Regierung einen Angriff mit russischen Raketenwerfen auf das Armeehauptquartier gegeben. Mehrere Raketen hätten die Kommandozentrale getroffen, sagte der ukrainische Präsident Petro Poroschenko.

Laut der Polizei wurden dabei in angrenzenden Wohngebieten mindestens sechs Menschen getötet und 21 weitere verletzt. Die Aufständischen wiesen die Vorwürfe zurück, sie hätten Zivilisten getötet. Kramatorsk steht eigentlich fest unter Kontrolle der Regierung in Kiew.

Kämpfe in Mariupol und Donezk

In der strategisch wichtigen Hafenstadt Mariupol im Süden des Landes haben hingegen ukrainische Truppen eine Offensive gegen prorussische Separatisten begonnen. "Wir wollen die Aufständischen von Positionen zurückdrängen, von denen sie in die Stadt feuern können", begründete der Militärsprecher Andrej Lyssenko den Angriff. Zuletzt hatten die Aufständischen dort an Boden gewonnen.

In der von den Aufständischen gehaltenen Großstadt Donezk starben bei Artilleriebeschuss innerhalb von 24 Stunden mindestens zwei Zivilisten. Zwölf Menschen seien verletzt worden, teilten die Behörden mit. Aufseiten der Regierungstruppen gebe es sieben Tote und mehr als 20 Verletzte, sagte Wladislaw Selesnjow vom Generalstab in Kiew.

Russland startet Manöver

Um seine Stärke zu demonstrieren, startete Russland ein Militärmanöver in Südrussland. Wie die Nachrichtenagentur Interfax meldete, seien dort rund 2000 Spähtrupp-Soldaten in Aktion. Das Manöver ist für einen Monat angesetzt. Auch auf der im März von Russland annektierten Krim hätten mehr als 600 Soldaten eine Militärübung gestartet, meldete die Nachrichtenagentur Ria.

Ukrainische Soldaten mit Raketenwerfer (Foto: REUTERS)

Ukrainische Soldaten bei Donezk

Russlands südlicher Militärbezirk grenzt an die Ukraine. Zuletzt hatte der Westen eine erhöhte Aktivität des russischen Militärs an der Grenze zur Ukraine kritisiert. Die Halbinsel ist auch Sitz der russischen Schwarzmeerflotte.

Gipfeltreffen könnte kippen

Am Mittwoch kommen in Minsk die Staats- und Regierungschefs der Ukraine, Russlands, Deutschlands und Frankreichs zusammen.

Sie wollen einen Ausweg aus dem blutigen Konflikt finden. Hauptziele sind eine erneute Waffenruhe und der Abzug schwerer Waffen. Das Treffen gilt als entscheidend für die Zukunft der Ostukraine.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier, der gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel an den Verhandlungen teilnehmen wird, warnte angesichts der gestiegenen Spannungen vor einem Scheitern der Gespräche. "Ich hoffe darauf, dass keiner der an den Kämpfen Beteiligten die Sache so weit treibt, dass durch die Explosion von Gewalt in den letzten Stunden Minsk noch infragegestellt wird", sagte er am Abend in Berlin.

Derzeit bereiten Diplomaten aller Seiten die Gespräche vor.

Audio anhören 02:01

Außenminister Steinmeier zum geplanten Gipfel in Minsk

Die Verhandlungen auf Arbeitsebene würden am Abend und eventuell auch noch am Mittwochmorgen in Minsk weitergehen, so Steinmeier. Es seien noch viele Fragen offen, die bis zum Beginn des Gipfels gelöst werden müssten, fügte der Minister hinzu.

nem/mak (afp, dpa, rtr)

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