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Welt

Tote bei neuem Gewaltausbruch in Nahost

Bei neuen Kämpfen zwischen Israel und den Palästinensern sind zehn Menschen getötet worden. Neun der Opfer gehörten einer radikalen Palästinensergruppe an. Ein israelischer Zivilist starb bei einem Raketenangriff.

Verwundeter Palästinenser auf Trage mit Rettungskräften (Foto: dapd)

Ein verwundeter Palästinenser wird ins Krankenhaus gebracht

Die neun Palästinenser wurden am Samstag (29.10.2011) durch Luftangriffe der israelischen Armee im Gazastreifen getötet. Der Israeli kam durch den Einschlag einer palästinensischen Rakete ums Leben.

Bei einem ersten Angriff der Luftwaffe nahe Rafah im Süden des Gazastreifens wurden zunächst fünf Kämpfer der El-Kuds-Brigaden, des bewaffneten Arms der Organisation Islamischer Dschihad, getötet. Nach israelischen Militärangaben wurde eine "Gruppe von Terroristen" attackiert, die gerade einen Raketenangriff vorbereiteten. Durch die Aktion habe die Armee den "versuchten Abschuss" jedoch verhindert.

Bei der Bombardierung weiterer Ziele im Gazastreifen wurden nach Angaben von Augenzeugen vier weitere Kämpfer getötet. Einem El-Kuds-Sprecher zufolge wurden mindestens zwei der Kämpfer getroffen, als sie versuchten, eine Grad-Rakete nach Israel abzufeuern.

Israel spricht von Vergeltung

Frau fotografiert durch Rakete verursachtes Einschlagloch (Foto: dapd)

Spuren eines Raketeneinschlags

Am Samstagabend schlugen mehr als 20 palästinensische Raketen im Süden Israels ein. Sie trafen die Städte Aschdod, Gan Javneh, Aschkelon und die Region um die Stadt Beerscheba.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärte, die "harte Reaktion der Armee" auf die Raketenangriffe werde "wenn nötig, noch härter" sein.

Der israelische Außenminister Avigdor Lieberman sagte bei einem Besuch in Bosnien, Israel suche keine Konfrontation mit den Palästinensern und wolle die aktuelle Situation nicht noch weiter eskalieren lassen. Sein Land könne die palästinensischen Raketenangriffe aber nicht ohne Vergeltungsmaßnahmen tolerieren.

Kämpfe gehen weiter

Zerstörte Autos in Aschdod (Foto: dapd)

Zerstörte Autos in Aschdod

Auch nach Mitternacht setzten die Palästinenser ihre Raketenangriffe auf Israel fort. Eine israelische Armeesprecherin teilte mit, es seien zehn weitere Geschosse abgefeuert worden. Zwei davon seien mit einem Raketenabwehrsystem abgefangen worde. Die israelischen Streitkräfte reagierten am frühen Sonntagmorgen mit weiteren Angriffen auf Ziele im Gazastreifen.

Die radikalen Palästinenser hatten nach Agenturberichten am frühen Morgen erklärt, die Waffen wieder ruhen lassen zu wollen. Eine entsprechende Vereinbarung sei durch ägyptische Vermittler zustandegekommen. In anderen Berichten hieß es, der Versuch, eine Waffenruhe zu vereinbaren, sei gescheitert.

Autor: Thomas Grimmer (afp, dpa, dapd)

Redaktion: Reinhard Kleber

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