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Kultur

Tote bei Flughafenunglück in Paris

Beim Einsturz tonnenschwerer Dachteile eines neuen Terminals auf dem Pariser Flughafen sind am Sonntag mindestens sechs Menschen erschlagen worden. Noch bereits während des Baus des Terminals gab es kritische Töne.

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Das Terminal wird von der französischen Fluggesellschaft Air France genutzt


Beim Einsturz einer Passagierbrücke sind am Sonntag (23.5.) auf dem Pariser Flughafen Roissy Charles-de-Gaulle mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben der Feuerwehr brachen Betonteile vom Dach des erst vor elf Monaten eröffneten Terminals 2E ab und stürzten auf die Laufbrücke. Die Gangway habe unter der Last nachgegeben und sei auf darunter geparkte Autos gestürzt. Das Terminal wurde evakuiert; mehrere Flüge wurden zum zweiten Pariser Großflughafen Orly umgeleitet.

Mehrere Personen verletzt

Mehrere Personen wurden verletzt. Darunter seien eine Frau aus China und eine von der Elfenbeinküste, erklärte die Präfektur. Auch drei Polizisten seien durch Glassplitter verletzt worden. Sie hätten Risse in der Mauer bemerkt und die Stelle absichern wollen, als das Unglück passierte. Zunächst war berichtet worden, die Polizisten seien unter den Toten. Zum Zeitpunkt des Unglücks befanden sich Passagiere auf dem Weg nach Prag sowie von Newark (USA) und Johannesburg (Südafrika) in dem Gebäude.

Die Feuerwehr setzte 200 Mann ein und löste die höchste Alarmstufe rot für die Rettungskräfte aus, zu denen auch Soldaten und Polizisten zählten. Dabei würden Mittel bereitgestellt, die eine Behandlung von Verletzten vor Ort wie im Krankenhaus ermögliche, hieß es. Bei der Suche nach Opfern würden auch Spürhunde eingesetzt.

Halle war Prestige-Objekt

Das 750 Millionen Euro teure Terminal 2E war erst am 25. Juni 2003 eröffnet worden und ist bereits für den Super-Airbus A380 mit 555 Plätzen ausgelegt. Die Halle sei damals als Prestige-Objekt des schnell wachsenden Flughafens Roissy-Charles de Gaulle gefeiert worden, sagte der Präsident der Flughafenverwaltung, Pierre Graff. Ursprünglich sollte die Halle mit ihrer Dachkonstruktion aus Beton, Stahl und Glas schon am 1. April eröffnet werden; bei den Bauarbeiten kam es jedoch mehrfach zu Verzögerungen.

Gewerkschaften kritisierten den Bau

Die Gewerkschaften hatten damals den Arbeitsdruck beim Bau kritisiert und die Eröffnung war um eine Woche verschoben worden, weil die Prüfer zum ursprünglichen Termin die nötigen Sicherheitszertifikate verweigerten. Das Terminal wird von Air France und Partnern der französischen Fluggesellschaft genutzt. Air-France-Flüge nach Deutschland werden über das ältere Nachbarterminal 2D abgefertigt. (ali)

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