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Aktuell Afrika

Tote bei Doppelanschlag in Kenia

Bei zwei Terroranschlägen in der kenianischen Hauptstadt Nairobi sind mehrere Menschen getötet worden. Ein Verdächtiger wurde festgenommen. Die Bundesregierung mahnt Keniareisende zu besonderer Vorsicht.

Mindestens zehn Menschen wurden bei den beiden Anschlägen in Nairobi getötet. Mehr als 70 Menschen seien verletzt worden, teilte das Katastrophenzentrum mit. Einige der Verletzten bluteten stark, sagte Simon Ithae, Sprecher des Kenyatta-Krankenhauses, in das die Opfer eingeliefert wurden. "Wir brauchen eine Menge Blut."

Zunächst hätten Unbekannte eine Granate in einen Minibus geworfen, anschließend schleuderten sie Sprengstoff in ein Geschäft auf dem Gikomba-Markt, berichtete der lokale Sender CitizenTV. Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat.

Verdächtiger festgenommen

Die Polizei bestätigte, dass zeitgleich zwei Sprengsätze detoniert seien. Ein Verdächtiger sei festgenommen worden, sagte der Polizeichef von Nairobi, Benson Kibue. Marktleute hatten ihn zuvor umzingelt und gedroht, ihn zu lynchen. Der Mann wurde von der Polizei gerettet und sollte verhört werden. "Wir wollen herausfinden, wer ihn geschickt hat, um diese Tat zu begehen. Wir wollen genau wissen, wer seine Komplizen sind", sagte Kibue.

Anschlag in Nairobi (Foto: Reuters)

Wut und Empörung nach den Explosionen

Kenia wurde in jüngster Zeit immer wieder von blutigen Anschlägen erschüttert, für die zumeist islamistische Gruppen verantwortlich gemacht wurden. Anfang Mai waren bei Explosionen in Nairobi und Mombasa sieben Menschen getötet worden. Viele Anschläge in dem Land werden aus Rache dafür verübt, dass Kenia das Nachbarland Somalia im Kampf gegen Islamisten unterstützt. So bekannte sich etwa die somalische Al-Shabaab-Miliz zu einem Überfall auf ein Einkaufszentrum in Nairobi, bei dem Ende September 67 Menschen getötet wurden.

Auswärtiges Amt warnt Kenia-Touristen

Das Auswärtige Amt in Berlin hatte nur Stunden zuvor deutsche Touristen in Kenia zur Vorsicht gemahnt. Von vorzeitiger Rückreise war allerdings nicht die Rede. Ein Sprecher sagte, die Bundesregierung beobachte die Lage in Kenia "außerordentlich aufmerksam". Die auf der Internetseite des Ministeriums veröffentlichten Reise- und Sicherheitshinweise würden ständig angepasst.

In den Hinweisen hieß es für Mombasa und Umgebung, es werde "zu höchster Vorsicht" aufgerufen. Auch für Nairobi wurden Vorsichtsmaßnahmen empfohlen. "Insbesondere wird auf die Warnung vor der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel hingewiesen", schrieb das Auswärtige Amt. Größere Menschenansammlungen sollten gemieden werden.

Auch die Regierungen Großbritanniens und der USA warnten in dieser Woche ihre Bürger vor der Gefahr von Anschlägen. Laut Medienberichten wurden rund 400 britische Touristen wegen anhaltender Terrordrohungen vorzeitig aus Kenia zurückgeflogen.

cr/qu (afp, rtr, dpa)