Tote bei Anschlag vor Oberstem Gerichthof in Kabul | Aktuell Asien | DW | 07.02.2017
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Terror in Afghanistan

Tote bei Anschlag vor Oberstem Gerichthof in Kabul

Erst am Montag hatten die UN in einem Bericht eine Verschlechterung der Sicherheitslage in Afghanistan beklagt. Schon folgt am Dienstag der nächste Anschlag.

Polizisten vor dem Ort des Anschlags in Kabul (Reuters/O. Sobhani)

Polizisten vor dem Ort des Anschlags in Kabul

Bei einem Selbstmordanschlag vor dem Obersten Gerichtshof Afghanistans in der Hauptstadt Kabul sind mindestens 20 Menschen getötet und etwa 40 verletzt worden. Dies teilte das afghanische Gesundheitsministerium mit. Bislang bekannte sich noch keine Organisation zu der Tat.

Alle Opfer Zivilisten

Ein Sprecher des Innenministeriums sagte, der Täter sei zu Fuß gewesen und habe seine Sprengladung am Tor des Gerichts gezündet. Bei allen Opfern handele es sich ausnahmslos um Zivilisten. Anwohner berichteten über soziale Medien, die Bombe sei hochgegangen, als Angestellte das Gerichtsgebäude nach Feierabend verließen. Die Polizei in Kabul, teilte mit, es gebe noch keine Erkenntnisse zu dem Selbstmordattentäter. Auch habe sich noch keine Extremistengruppe zu der Tat bekannt.

Vermutet wird ein weiterer Terroranschlag der Taliban. Die radikalislamischen Rebellen greifen seit Jahren regelmäßig Gerichte und ihre Mitarbeiter an. Die Extremisten wollen ganz Afghanistan dem islamischen Scharia-Gesetz unterwerfen.

Immer mehr Tote durch Krieg und Terror

Erst am Montag hatten die Vereinten Nationen ihren Jahresbericht zu zivilen Opfern von Krieg und Gewalt in Afghanistan vorgestellt. Danach hat die Zahl der getöteten oder verletzten Zivilisten im vergangenen Jahr mit 11.418 Fällen einen neuen Höchststand erreicht. Knapp 3.500 Menschen wurden getötet, unter ihnen 923 Kinder. 7.920 Menschen, davon 2.589 Kinder, erlitten Verletzungen. 

Drei Viertel aller Opfer gab es in Kabul. In 16 Anschlägen wurden 2016 laut UN 1.514 Zivilisten getötet oder verletzt. Das ist ein Anstieg um 75 Prozent gegenüber 2015. Die UN machten die radikalislamischen Taliban für rund Zwei Drittel aller zivilen Opfer verantwortlich.

wl/SC (dpa, rtre, kna)