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Politik

Tote bei Anschlag vor der deutschen Botschaft in Kabul

Bei einem Selbstmordanschlag vor der Botschaft in der afghanischen Hauptstadt gab es mindestens fünf Tote und etwa 30 Verletzte. Die radikalislamischen Taliban bekannten sich zu dem Anschlag.

Brennender Lastwagen vor der deutschen Botschaft in Kabul

Brennender Lastwagen vor der deutschen Botschaft in Kabul

Die deutsche Bundesregierung hat sich bestürzt über den Anschlag gezeigt. Bundeskanzlerin Angela Merkel sei entsetzt über diesen "menschenverachtenden Terrorakt", hieß es in einer Mitteilung, die am Samstag (17.01.2009) in Berlin verbreitet wurde. Sie hoffe, dass "die Verletzten rasch genesen". Deutschland werde sein Engagement in Afghanistan weiter aufrechterhalten.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier verurteilte die Tat als "feigen Akt der Barbarei". "Wir müssen davon ausgehen, dass die Explosion vor der deutschen Botschaft in Kabul heute morgen ein Selbstmordanschlag war", erklärte Steinmeier in Berlin.

Bei dem Anschlag wurden mindestens fünf Menschen getötet, unter ihnen vier afghanische Zivilisten und ein US-Soldat. Mindestens 28 weitere Menschen wurden verletzt.

Zwischen Botschaft und US-Lager

Das Attentat ereignete sich auf einer Straße, die zwischen der deutschen Botschaft und einem US-Lager zur Ausbildung afghanischer Polizisten und Soldaten verläuft. Ein Botschaftsgebäude und Fahrzeuge vor dem Gelände fingen nach dem Anschlag um 09.45 (Ortszeit) Feuer, Rettungskräfte bekämpften die Flammen. In der Straße war später ein verkohlter Tanklaster zu sehen.

Anschlag auf die Deutsche Botschaft in Kabul, Afghanistan

Die Straße gilt als stark gesichert

Die Taliban bekannten sich zu dem Anschlag und erklärten, er habe sich gegen deutsches Militärpersonal gerichtet. Nach Angaben des Auswärtigen Amts entstand an der Botschaft auch erheblicher Sachschaden. An der Vertretung sei ein Krisenstab eingerichtet worden.

"Werden uns nicht abbringen lassen"

Steinmeier wünschte den Verletzten eine schnelle Genesung. Gleichzeitig versicherte der Außenminister: "Deutschland steht zu seinem Engagement in Afghanistan. Wir werden uns durch Terror und Schrecken nicht davon abbringen lassen, unsere Hilfe für das afghanische Volk fortzusetzen."

Kämpfer der radikal-islamischen Taliban haben in den vergangenen zwei Jahren hunderte Selbstmordanschläge verübt. Bei den meisten Opfern handelt es sich um afghanische Zivilisten. Erst Ende November waren bei einem Selbstmordanschlag nahe einem Auto des deutschen Militärattachés in Afghanistan drei afghanische Zivilisten getötet worden. Im August 2007 starben in Kabul drei Personenschützer des deutschen Botschafters bei einem Bombenanschlag außerhalb der deutschen Vertretung. Wegen der erhöhten Anschlaggefahr in Kabul wurde beschlossen, dass alle deutschen Diplomaten auf das Gelände der Botschaft umziehen. (sam/gri)

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