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Politik

Tote bei Anschlag auf philippinisches Parlament

Es war ein Anschlag auf die philippinische Demokratie: Bei einem Bombenattentat auf das Parlament in Manila wurden mehrere Menschen getötet. Politiker vermuten islamistische Extremisten hinter der Tat.

Soldaten sichern das Parlamentsgelände nach dem Anschlag (Quelle: AP)

Zum ersten Mal wurde ein Regierungsgebäude Anschlagsziel von Extremisten

Ein Bombenanschlag im Parlament der Philippinen hat am Dienstag (13.11.2007) mindestens drei Menschen das Leben gekostet, acht weitere sind verletzt worden. Bei einem der Toten handelt es sich um den Abgeordneten Wahab Akbarsagte. "Es ist definitiv das Werk von Terroristen, Extremisten oder Anarchisten," sagte der Präsident des Abgeordnetenhauses, Jose de Venecia.

Das philippinische Parlament nach dem Anschlag (Quelle: AP)

Zum Glück waren während des Anschlags kaum Menschen im Parlament

Nach Polizeiangaben ereignete sich die Explosion direkt nach einer Parlamentssitzung in der Hauptstadt Manila um kurz nach 20.00 Uhr Ortszeit. Ein Polizeisprecher sagte, die Bombe sei vermutlich an einem geparkten Motorrad befestigt gewesen. Polizei und Militär riegelten den Anschlagsort ab und versetzten die Nachbarprovinzen der Hauptstadt in Alarmzustand. Es ist das erste Mal, dass auf den Philippinen ein Regierungsgebäude Ziel eines Anschlags war. Die philippinische Präsidentin Gloria Arroyo ordnete unmittelbar nach dem Anschlag eine Untersuchung an.

Anschlagsopfer entstammt Krisenregion

Akbar war Abgeordneter der Insel Basilan, auf der Regierungstruppen gegen Rebellen der islamistischen Gruppe Abu Sayyaf kämpfen. Die Gruppierung steht dem Terrornetzwerk El Kaida von Osama bin Laden nahe. Die Organisation ist zudem für den folgenschwersten Anschlag in der Geschichte des mehrheitlich katholischen Inselstaates verantwortlich: das Attentat auf eine Fähre bei Manila, bei dem 2004 mehr als 100 Menschen getötet wurden.

Nach Angaben der Polizei galt der Anschlag jedoch vermutlich einem anderen Abgeordneten aus dem muslimischen Süden der Philippinen. Der Politiker wurde unbestätigten Medienberichten zufolge ebenfalls getötet. Der Fahrer der Parlamentarierin starb in einem parkenden Fahrzeug, das in der Nähe des Gebäudes stand und von umherfliegenden Trümmern getroffen wurde. Unter den Verletzten sollen sich mindestens zwei weitere Parlamentarier befinden.

Parlament war kaum besetzt

Der Sprecher des Abgeordnetenhauses, José de Venecia, sagte einem örtlichen Radiosender, die Bombe sei im Südflügel des Gebäudes explodiert und habe Teile des Eingangsbereichs zerstört. Der Parlamentarier Joel Villanueva sprach von einer "gewaltigen Explosion", zu deren Zeitpunkt sich aber weniger als 50 der 275 Abgeordneten im Parlamentsgebäude aufgehalten hätten.

Präsidentin Arroyo beauftragte den nationalen Polizeichef, die Untersuchung des Vorfalls persönlich zu überwachen und die Ursache der Explosion herauszufinden, wie ihr Sprecher Ignacio Bunye vor Journalisten sagte.

Im vergangenen Monat waren bei einer schweren Explosion in einem belebten Einkaufszentrum in Manila elf Menschen getötet und mehr als 100 weitere verletzt worden. Die Polizei vermutete zunächst einen Bombenanschlag, sprach später allerdings von einem Unfall. (mg)

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