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Welt

Tote bei Anschlag auf NATO-Konvoi

Bei einem Anschlag auf einen NATO-Tanklaster im Nordwesten Pakistans sind mindestens 15 Menschen getötet worden. Sie wollten auslaufendes Benzin auffangen, als der Tanklaster erneut in Flammen aufging.

Ausgebrannter Öltanker auf einer Straße in Pakistan (Foto: picture-alliance/dpa)

Der explodierte Öltanker wurde einigen Bewohnern zum Verhängnis

Mindestens 15 Menschen sind bei einer Explosion eines NATO-Tanklaster im Nordwesten Pakistans getötet worden. Der LKW war am Samstag (21.05.2011) durch einen Sprengsatz explodiert und stark beschädigt worden.

Pakistanische Männer tragen einen Holzsarg auf ihren Schultern durch eine Menschenmenge (Foto: AP)

15 Menschen kamen bei der zweiten Explosion ums Leben

Laut Behördenangaben versammelten sich zahlreiche Bewohner der Gegend rund um das Wrack, nachdem das erste Feuer gelöscht worden war. Sie wollten das Benzin, das aus dem Tank auslief, auffangen, um es anschließend zu verkaufen.

Der Tanklaster fing jedoch erneut Feuer und explodierte ein weiteres Mal. Unter den Todesopfern waren ausschließlich Zivilisten im Alter von neun bis 30 Jahren, gab ein Sprecher der Behörden vor Ort bekannt.

Unruheregion mit großen Anschlagsrisiko

Kurze Zeit später ereignete sich ein weiterer Anschlag auf einen NATO-Konvoi, der unterwegs war nach Afghanistan. Er sollte den Nachschub für die internationalen Truppen sichern. Elf Lastwagen wurden offiziellen Angaben zufolge bei der Explosion zerstört. Die meisten von ihnen waren mit Treibstoff beladen. Verletzt oder getötet wurde niemand.

Zu den Anschlägen hat sich eine pakistanische Taliban-Gruppe bekannt. Die Region Khyber im Nordwesten Pakistans, wo sich beide Angriffe ereigneten, gehört zu den unruhigsten im Land. An der Grenze zu Afghanistan kommt es immer wieder zu Überfällen - vor allem auf NATO-Konvois. Die NATO nutzt das Land für den Transit, um die Truppen in Afghanistan zu versorgen, und setzt seit längerem unbemannte Kampfjets, sogenannte Drohnen, für den Schutz der Konvois ein.

Pakistan kritisiert die Einsätze aufs Schärfste, da dabei auch immer wieder Zivilisten getötet werden. In der Vergangenheit sperrte die pakistanische Regierung häufiger den Grenzübergang nach Afghanistan, als Reaktion auf die Drohnenangriffe. Die Drohung, der NATO die Erlaubnis für die Nutzung der Transportwege zu entziehen, steht ebenfalls immer wieder im Raum.

Autor: Nicole Scherschun (dpa, afp, dapd)
Redaktion: Siegfried Scheithauer

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