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Aktuell Asien

Tote bei Anschlag auf ISAF-Konvoi

Ein Selbstmordattentäter hat in Kabul einen Anschlag auf einen Konvoi der NATO-geführten Afghanistan-Schutztruppe verübt. Dabei riss er mindestens 15 Menschen mit in den Tod - unter ihnen auch zwei Soldaten der Allianz.

Soldaten und Zivilsten stehen auf einer Straße an einem zerstörten Auto (Foto: Reuters)

Selbstmordanschlag in Kabul Afghanistan

Mehr als 30 Menschen seien verletzt worden, teilte das Gesundheitsministerium in Kabul mit. Dabei handele es sich überwiegend um Zivilisten. Es war der erste schwere Selbstmordanschlag in der afghanischen Hauptstadt seit mehr als zwei Monaten.

Nach Angaben der Polizei zündete der Attentäter seine Autobombe in der Nähe von zwei mit ausländischen Soldaten besetzten Fahrzeugen. Mit den beiden ISAF-Soldaten, deren Nationalität nicht mitgeteilt wurde, starben auch vier zivile Angestellte der Truppe. Zudem wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums neun einheimische Zivilisten getötet, darunter zwei Kinder.

Nach Erkenntnissen des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr in Potsdam sind keine deutschen Soldaten betroffen. Die Explosion war so heftig, dass Häuser in der Umgebung beschädigt wurden und in Brand gerieten.

Die "Partei des Islam" übernimmt Verantwortung

Zu der Tat bekannte sich die radikalislamische Hesb-i-Islami (Partei des Islam) des früheren Premierministers Guldbuddin Hekmatjar. Ein Sprecher der Gruppierung sagte, Ziel des Anschlags seien ausländische Militärberater gewesen. Er sprach von zwölf getöteten Amerikanern.

Hekmatjar war im Kampf gegen die sowjetischen Besatzungstruppen wie Osama bin Laden ein Verbündeter der USA. Jetzt kämpft er mit seiner Aufständischen-Gruppe an der Seite der radikalislamischen Taliban von Mullah Omar und dem Hakkani-Netzwerk gegen die afghanische Regierung und ihre ausländischen Unterstützer. Gleichwohl hatte sich der politische Flügel der Organisation kürzlich an den Friedensgesprächen mit Präsident Hamid Karsai beteiligt.

Teil der Frühjahrsoffensive der Aufständischen?

Der letzte schwere Anschlag in Kabul hatte sich am 9. März ereignet. Damals hatte ein Selbstmordattentäter neun Menschen vor dem Verteidigungsministerium mit in den Tod gerissen, als sich der neue US-Verteidigungsminister Chuck Hagel in der afghanischen Hauptstadt aufhielt. Ende Apil hatten die Taliban ihre jährliche Frühjahrsoffensive angekündigt, die sich vornehmlich gegen internationale Stützpunkte und diplomatische Einrichtungen richten soll.

gmf/uh (afp, dpa, rtr)

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