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Aktuell Nahost

Tote bei Anschlag an Grenzübergang

In der Türkei sind bei einem Anschlag an einem Grenzübergang zu Syrien mindestens 14 Menschen getötet worden. Bei der Explosion eines Autos gab es zudem zahlreiche Verletzte.

Bei der Explosion am Grenzübergang Cilvegözü (Artikelbild) in der südlichen Provinz Hatay habe es sich um einen Bombenanschlag gehandelt, erklärte der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan vor dem Parlament in Ankara. Nach Angaben eines Regierungssprechers war am Montag ein Kleinbus mit syrischem Kennzeichen explodiert. Das Fahrzeug habe in einer Warteschlange von Hilfstransportern auf der türkischen Seite der Grenze gestanden.

Medien: Anschlag galt dem SNC

Zehn der Todesopfer seien Syrer, drei türkischer Nationalität, teilten die Behörden mit. Nach Informationen aus Oppositionskreisen galt der Anschlag einer Delegation des Syrischen Nationalrats. Die Bombe sei genau zu dem Zeitpunkt explodiert, als dort eine Delegation des SNC erwartet worden sei, meldet das regimekritische Nachrichtenportal "All4Syrie". Mitglieder der Delegation seien aber nicht verletzt worden, weil sich ihr Zeitplan geändert hatte.

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Explosion

In der Türkei waren in den vergangenen Monaten immer wieder Granaten aus Syrien eingeschlagen. Das türkische Militär reagierte mehrmals mit Artilleriefeuer. In der Grenzregion sind auf türkischer Seite seit kurzem Patriot-Raketen aus Deutschland, den Niederlanden und den USA stationiert, mit denen der NATO-Partner Türkei vor möglichen Raketenangriffen aus Syrien geschützt werden soll.

In Syrien gingen unterdessen die Kämpfe zwischen Aufständischen und Regierungstruppen weiter. Dabei erzielten die Gegner des Regimes von Präsident Baschar al-Assad nach eigenen Angaben Erfolge. Die Rebellen seien im östlichen Teil von Damaskus auf dem Vormarsch, teilte ein Aufständischer mit. Die Armee habe Panzer aus dem Vorort Daraja im Südwesten der Hauptstadt abziehen müssen, wo sie seit zwei Monaten gegen die Rebellen kämpfe. Mehrere Oppositionsgruppen gaben die Einnahme eines Wasserkraftwerkes am Takba-Staudamm nahe Aleppo bekannt. Zwar ist unklar, ob das Werk noch Strom liefert. Der Sieg wäre jedoch von symbolischer Bedeutung, weil der aufgestaute See den Namen Al-Assad trägt.

Nach Informationen der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London wurden bei Selbstmord-Anschlägen in der Stadt Tschaddade im Nordosten Syriens 14 Geheimdienst-Mitarbeiter getötet. Selbstmord-Attentäter hätten sich in Autos vor den Niederlassungen des Inlands- und des militärischen Geheimdienstes in die Luft gesprengt. Die Anschläge seien von Mitgliedern der islamistischen Al-Nusra-Front verübt worden, teilte die Beobachtungsstelle mit. Alle diese Angaben können nicht überprüft werden, da Journalisten kaum Zugang zu den Kampfgebieten haben. Seit März 2011 sind im syrischen Bürgerkrieg nach UN-Schätzungen mehr als 60.000 Menschen getötet worden.

wl/ml (afp, dpa, rtr)

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