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Politik

Tote bei Absturz von Bundeswehr-Hubschrauber in Kabul

Beim Absturz eines Bundeswehr-Hubschraubers nahe Kabul sind am Samstag mehrere Menschen ums Leben gekommen, darunter bis zu sieben Bundeswehr-Soldaten und zwei Kinder. Die Absturz-Ursache blieb bisher unklar.

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(Archiv-Foto)

Der Polizeisprecher von Kabul Baschir Salangi sagte, insgesamt seien bei dem Unglück sieben Menschen getötet worden. In anderen Berichten war von zwölf Toten die Rede. Die Kinder wurden nach Salangis Worten durch den Absturz am Boden getötet, als die Trümmer der Maschine in ein Industriegebiet fielen.

Ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums teilte am Samstag (21.12.2002) mit, an Bord des Hubschraubers seien sieben Soldaten gewesen. Sie seien vermutlich alle ums Leben gekommen. Ein deutscher Vertreter der Internationalen Afghanistan-Schutztruppe (ISAF) bestätigte in Kabul, es gebe keine Überlebenden. Die genaue Anzahl der Todesopfer könne jedoch möglicherweise erst am Sonntag ermittelt und bekannt gegeben werden.

Das Bundesverteidigungsministerium in Berlin erklärte, der Absturz habe sich um 15.45 Uhr Ortszeit (12.15 Uhr MEZ) ereignet. Es habe sich um einen Transporthubschrauber vom Typ CH-53 gehandelt.

Kein Raketen-Beschuss

Für die internationale Schutztruppe für Afghanistan (ISAF) sagte Major Gordon Mackenzie, auf den Hubschrauber, der etwa zwei Kilometer vom Flughafen entfernt abstürzte, sei nicht geschossen worden. Der Sprecher des deutschen Kontingents der Schutztruppe ISAF, Andreas Steffan, und ein Augenzeuge bestätigten diese Angaben.

In einer Meldung der privaten afghanischen Nachrichtenagentur AIP hatte es zuvor geheißen, alle Menschen an Bord seien ums Leben gekommen. Der Helikopter habe zunächst Feuer gefangen und sei dann 25 Kilometer östlich von Kabul abgestürzt.

Augenzeugen

Ein Augenzeuge im Osten der afghanischen Hauptstadt sah nach eigenen Angaben Feuer an Bord des Hubschraubers. "Ich schaute hinauf und sah Feuer am Hubschrauber, und dann drehte er nach links und stürzte zwischen die Gebäude", sagte Mohammed Musa. Er habe jedoch nicht gesehen, dass auf den Hubschrauber geschossen worden sei.

Ein anderer Helfer berichtete nach Agentur-Angaben vom Absturzort, er habe eigenhändig vier Leichen weggetragen. Er habe acht weitere Leichen gesehen sowie zwei tote Kinder, die anscheinend von dem Hubschrauber erschlagen worden seien. Der Bergungshelfer hatte noch Blut der Toten an den Händen.

Rückblick

Am Donnerstag hatte der Bundestag das Mandat für die Bundeswehr mit großer Mehrheit um ein Jahr verlängert. Dadurch kann Deutschland seine Truppenstärke zusammen mit den Niederlanden auf rund 2.500 Mann verdoppeln und in der ersten Jahreshälfte die Führung von ISAF übernehmen. Die ISAF-Truppe umfasst 4.800 Soldaten.

Verteidigungsminister Peter Struck hatte erklärt, der Einsatz in Afghanistan bleibe gefährlich. Unmittelbar davor hatte es am deutschen Feldlager einen Selbstmordanschlag gegeben. Im März dieses Jahres waren zwei deutsche und vier dänische Soldaten des ISAF-Truppe bei Entschärfungsarbeiten an einer sowjetischen Flugabwehrrakete ums Leben gekommen. (mas)