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Aktuell Europa

Tote bei Abschuss von Armeehubschrauber in der Ostukraine

Mit Kampfjets und Artillerie haben proukrainische Truppen im Osten die Separatisten-Hochburgen Slowjansk und Kramatorsk angegriffen. Die Separatisten schossen einen Kampfhubschrauber der Armee ab.

Bei neuen schweren Gefechten zwischen Regierungstruppen und moskautreuen Kräften im Osten der Ukraine ist die ukrainische Armee nach Angaben von örtlichen Internetportalen in Slowjansk und Kramatorsk mit Artillerie und Kampfflugzeugen gegen Stellungen der Separatisten vorgegangen.

Separatisten schießen Hubschrauber ab

Die Regierung in Kiew teilte mit, die Separatisten hätten einen Armeehubschrauber abgeschossen. Dabei seien 14 Soldaten getötet worden. In anderen Quellen ist von zwölf Toten die Rede. Die Aufständischen hätten den Helikopter mit einem tragbaren Raketenwerfer zerstört, sagte Übergangspräsident Alexander Turtschinow. Unter den Opfern befinde sich auch ein General. Die Separatisten behaupteten, dass Regierungseinheiten Zivilisten, darunter auch viele Kinder, an der Flucht aus Slowjansk hinderten.

Separatisten stürmen Kaserne der Nationalgarde

In der etwa 150 Kilometer entfernten Großstadt Luhansk stürmten Truppen der selbst ernannten "Volksrepublik" eine Kaserne der Nationalgarde. Bis zu 100 Einsatzkräfte sollen sich ergeben haben. In Kiew bestätigte die Nationalgarde eine Teileroberung des Geländes. Im Osten der Ukraine führen die Regierungstruppen seit mehreren Wochen eine Militäroffensive gegen Aufständische. Bei dem sogenannten "Anti-Terror-Einsatz" gegen Regierungsgegner wurden allein in den vergangenen Tagen Dutzende Menschen getötet.

Widersprüchliche Informationen zu OSZE-Beobachtern

Die vier in der Ostukraine verschleppten Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) werden nach den Worten prorussischer Aufständischer im Raum Slowjansk festgehalten. "Wir wissen, wo sie sind, ihnen geht es gut", sagte der selbst ernannte "Volksbürgermeister" von Slowjansk, Wjatscheslaw Ponomarjow. "Jetzt klären wir, wer sie sind, wohin und warum sie gefahren sind, und lassen sie frei".

Der estnische Diplomat Tiit Matsulevits, der ebenfalls an einem OSZE-Einsatz in der Ukraine teilnimmt, sagte hingegen, die Beobachter würden im Gebiet Luhansk festgehalten. Es liefen Verhandlungen, sagte Matsulevits im estnischen Radio. Die OSZE hatte am Montagabend den Kontakt zu der Gruppe verloren, deren Mitglieder aus Estland, Dänemark, der Türkei und der Schweiz stammen.

Poroschenko will Bündnis mit dem Westen

Der neu gewählte ukrainische Präsident Petro Poroschenko strebt derweil ein neues Sicherheitsbündnis mit den USA und Europa an. Dies sei notwendig, um sein Land auch militärisch zu schützen, sagte der Oligarch der "Bild"-Zeitung. Er wolle den neuen Pakt zügig aushandeln. Einen schnellen NATO-Beitritt schloss Poroschenko aber aus. Dafür gebe es in der Ukraine "momentan keine Mehrheit".

Poroschenko sagte weiter, der russische Präsident Wladimir Putin könnte mit seinem direkten Einfluss auf die Separatisten die Kämpfe in der Ostukraine beenden. Daher wolle er mit dem Kremlchef reden, der offensichtlich von dem eindeutigen Wahlergebnis überrascht worden sei. "Ich bin sehr optimistisch und glaube, dass wir innerhalb weniger Monate Frieden finden können, wenn auch Russland dazu bereit ist. Danach müssen wir uns auf die Wirtschaft konzentrieren und den Kampf gegen die Korruption aufnehmen."

cr/sti (dpa, afp)