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Aktuell Nahost

Tote auf beiden Seiten bei Kämpfen in Syrien

Bei mehreren Gefechten trafen Deserteure auf Soldaten des Assad-Regimes. Auch an der Mittelmeerküste wurde gekämpft: Erstmals versuchten Rebellen, von See aus Armee-Einheiten zu attackieren.

Nach Angaben der in London ansässigen syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte starben mindestens zehn Überläufer aus den Reihen der Militärs bei Kämpfen mit der syrischen Armee nahe der Hauptstadt Damaskus. In der Nacht zuvor seien zudem in der Provinz Damaskus bei einem Angriff auf Regierungsfahrzeuge fünf Angehörige der Sicherheitskräfte getötet worden.

Zu Kämpfen kam es Aktivisten zufolge auch in der Nähe des Sommerpalasts von Präsident Baschar Assad in der Küstenstadt Burdsch Islam. 30 Soldaten hätten die Seiten gewechselt und sich etwa 15 Minuten lang ein heftiges Feuergefecht mit ihren ehemaligen Kameraden geliefert. Über mögliche Opfer wurde zunächst nichts bekannt. Assad dürfte sich zu dem Zeitpunkt nicht in seinem Sommersitz aufgehalten haben.

Bewaffnete Rebellen in Schlauchbooten

Aus der Küstenprovinz Latakia wurden ebenfalls Kämpfe gemeldet. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Sana griffen Aufständische in Schlauchbooten vom Meer kommend eine Militäreinheit an. Bei dem Feuergefecht seien auf beiden Seiten mehrere Menschen getötet worden. In der Vergangenheit hatten Syriens Behörden immer wieder von Infiltrationsversuchen der Rebellen an den Grenzen zum Libanon und zur Türkei berichtet, bisher aber nie von vom Mittelmeer aus gestarteten Aktionen.

Schiff Letfallah II (Foto: Reuters)

Der Frachter Letfallah II wurde in Beirut gestoppt

Unterdessen beschlagnahmte die libanesische Armee drei aus Libyen kommende Container mit Waffen für die syrische Protestbewegung. Die Ladung habe sich an Bord eines Schiffs befunden, das am Freitag im Hafen von Selaata nahe der Hauptstadt Beirut gestoppt worden sei, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP aus libanesischen Sicherheitskreisen. Zu den Waffen zählten demnach Maschinengewehre, Granaten, Raketen, Raketenwerfer und Sprengstoff.

EU: Regime erfüllt nicht Verpflichtungen

Die Europäische Union zeigte sich derweil besorgt über den Bruch der Waffenruhe. "Die syrische Regierung muss sicherstellen, dass die Waffenruhe hält", forderte die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton. Es sei deutlich, dass die syrische Regierung ihre Verpflichtungen nicht erfülle. Damaskus müsse auch Gefangene befreien, friedliche Demonstrationen zulassen und humanitäre Hilfe ermöglichen.

Ashton erklärte mit Blick auf UN-Beobachtergruppe in Syrien, die EU und die 27 Mitgliedstaaten seien weiter zur Unterstützung bereit, falls diese angefordert werde. Derzeit hält sich ein Voraustrupp von 15 UN-Vertretern in Syrien auf, um die offiziell am 12. April in Kraft getretene Waffenruhe zu überwachen. Bis zum Monatsende sollen weitere 15 folgen und damit das Vorauskommando von 30 Mann komplett machen. Insgesamt sind etwa 300 UN-Beobachter für Syrien geplant. Seit Beginn des Aufstands gegen das Assad-Regime vor über einem Jahr wurden nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten mehr als 11.000 Menschen getötet.

sti/GD/hp (rtr,afp, dpa)

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