1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Kultur

Tote am Ringfinger

Die Asche eines zu Lebzeiten 80 Kilogramm schweren Menschen lässt sich zu einem Rohdiamanten von einem Karat Gewicht und etwa einem halben Zentimeter Durchmesser pressen. Darauf gründet die Geschäftsidee der Schweizer Jungunternehmer Rinaldo Willy und Veit Brimer aus Chur. Gibt man bei ihrer Firma mit dem rätoromanischen Namen "Algordanza" (Erinnerung) 500 Gramm Kremationsasche eines verstorbenen Angehörigen ab, erhält man diese für ein paar Tausend Franken als weißen, leicht bläulich schimmernden Diamanten zurück.

Die Churer Jungunternehmer verwenden eine in Russland erfundene Technologie. Die Totenasche wird zunächst von allen anorganischen Substanzen, wie etwa Salzen, gereinigt, bis nur noch der Kohlenstoff übrig bleibt. Aus diesem wächst dann unter enormem Druck und hohen Temperaturen in vier bis acht Wochen der Diamant heran. Im übrigen entstehen auch die natürlichen Diamanten tief im Erdinneren auf ähnliche Weise unter Druck und Hitze.

Aufbewahrt werden können die Steine auf einem Granitsockel in einer Schatulle aus Edelholz. Eine andere Variante ist die Verarbeitung zu Schmuck. 80 Prozent der Kunden, die meist über Bestattungsinstitute auf die Churer Firma aufmerksam werden, lassen mit den Erinnerungsdiamanten ein Schmuckstück herstellen.

  • Datum 09.08.2005
  • Drucken Seite drucken
  • Permalink http://p.dw.com/p/71Gh
  • Datum 09.08.2005
  • Drucken Seite drucken
  • Permalink http://p.dw.com/p/71Gh