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Fokus Osteuropa

Totale Kontrolle über Internet-Zugang in Turkmenistan

Der turkmenische Präsident Saparmurat Nijasow hat als erstes Staatsoberhaupt in Zentralasien den Zugang zum Internet eingeschränkt. Heute dürfen mit Billigung der Behörden nur Ausländer das Internet ungehindert nutzen.

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Turkmenische Hauptstadt Aschchabad: Internet nur mit Zustimmung der Behörden

Der Zugang zum Internet wird in Turkmenistan ausschließlich von der staatlichen Gesellschaft Turkmentelekom hergestellt. Zum Monopolisten wurde Turkmentelekom im Jahre 2000, als mehreren unabhängigen Providern die Lizenz entzogen wurde. Vor drei Jahren wurden ohne Angabe von Gründen landesweit die zahlreichen Internetcafes geschlossen, was dem Staat ermöglichte, eine strenge Kontrolle über den Zugang zum Internet aufzubauen.

Schon bald wurden alle oppositionellen Seiten blockiert, aber auch solche Seiten, die häufig Kritik an der turkmenischen Führung enthielten. Wenn man heute die Adressen jener Internetseiten eingibt, erscheint auf dem Bildschirm der rote Schriftzug: „Der Besuch dieser Seite ist strengstens verboten.“ Zu dieser Kategorie von Internetseiten gehört auch die der Deutschen Welle.

Wer darf das Internet nutzen?

In Turkmenistan, wo totale Kontrolle über Informationen herrscht, gibt es nicht einmal aktuelle Angaben über die Anzahl der Internet-Nutzer. Inoffiziellen Angaben zufolge haben 3.500 bis 5.000 private Nutzer Zugang zum Internet. In Turkmenistan leben mehr als 5 Millionen Menschen.

Unter den Studenten können nur Angehörige gewisser Hochschulen das Internet nutzen, wobei aber alle Computer, die an das Internet angeschlossen sind, in einem Saal stehen und die Studenten dort nur unter strenger Aufsicht an den Rechnern arbeiten dürfen.

Der eingeschränkte Zugang zum Internet gilt nicht für Ausländer, die nach Turkmenistan kommen. Ausländische Firmen können, nachdem sie im Land zugelassen wurden, die Dienstleistungen von Turkmentelekom in Anspruch nehmen. Für ausländische Touristen wurden in teuren Hotels spezielle Räume eingerichtet, in denen sich mehrere an das Internet angeschlossene Computer befinden.

Asat Atajew

DW-RADIO/Russisch, 29.11.2005, Fokus Ost-Südost