1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Japan

Toshiba unter Druck

Der japanische Konzern scheint in ernsten Schwierigkeiten. Nach zwei Anläufen veröffentliche Toshiba nun Geschäftszahlen, die nicht von Wirtschaftsprüfern abgezeichnet sind. Das Unternehmen könnte von der Börse fliegen.

Der Elektronikkonzern hatte die gesetzlich vorgeschriebene Vorlage seiner Bilanzen bereits zweimal verschoben. Hintergrund sind gigantische Verluste, die Toshiba wegen seiner Atom-Sparte in den USA zu verkraften hat. Die Kraftwerk-Tochter Westinghouse hatte der Konzernmutter einen Verlust von rund neun Milliarden Dollar eingebrockt. Westinghouse hatte unlängst in den USA Insolvenz angemeldet.

Gigantischer Verlust

Am Dienstag fügte Toshiba der Bilanz der letzten neun Monate einen Hinweis der Wirtschaftsprüfer von PricewaterhouseCoopers bei, man habe sich kein abschließendes Urteil über den Geschäftsbericht bilden können. Das gab es noch nie in der Geschichte größerer japanischer Aktienunternehmen. Die Börsenaufsicht muss nun entscheiden, ob sie die Bilanz akzeptiert oder Toshiba vom Börsenzettel in Tokio nimmt.

Der Traditionskonzern schreibt in der Bilanz, man rechne für das Geschäftsjahr, das im März endete mit einem Verlust von 1,01 Billionen Yen (umgerechnet fast 8,7 Milliarden Euro). Für die ersten neun Monate dieses Geschäftsjahrs weist Toshiba einen Verlust von umgerechnet 4,7 Milliarden Euro aus. Toshiba warnte in einer Stellungnahme, der Bestand des Unternehmens könne in Gefahr geraten. An der Börse in Tokio drehte die Toshiba-Aktie nach Meldungen über die anormale Bilanz-Vorlage ins Minus und schloss mit einem Abschlag von 2,7 Prozent.

China Wirtschaft Foxconn sucht Mitarbeiter (picture-alliance/dpa)

Kauft Foxconn die Chip-Sparte von Toshiba?

Chip-Sparte vor dem Verkauf?

Toshiba-Aktien waren am Dienstag zunächst noch mit einem Plus gehandelt worden. Dem waren Medienberichte vorausgegangen, Toshiba könne seine ertragreiche Chip-Sparte für sehr viel mehr Geld losschlagen als zunächst erwartet. Der taiwanische Elektronik- und Computerteile-Hersteller Foxconn könne bis zu 27 Milliarden Dollar für die Sparte zahlen, berichtete die Finanzagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen.

Zwei andere Interessenten, SK Hynix aus Südkorea und Broadcom aus dem USA, hätten Gebote im Volumen von 18 Milliarden Dollar "oder mehr" abgegeben. Toshiba war zuletzt nach eigenen Angaben davon ausgegangen, dass die zum Verkauf stehende Sparte - die weltweite Nummer zwei bei Speicherchips - insgesamt etwa 18 Milliarden Dollar wert ist.

ar/ul (rtr, afp, ap) 

 

Die Redaktion empfiehlt