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Wirtschaft

Toshiba macht seine Chips flüssig

Das monatelange Rennen um die Chipsparte des japanischen Elektronikkonzerns Toshiba ist entschieden. Unter Führung eines US-Finanzinvestors erhält ein Konsortium für rund 15 Milliarden Euro den Zuschlag.

Für rund 18 Milliarden Dollar erwirbt der US-Finanzinvestor Bain Capital den weltweit zweitgrößten Produzenten von Speicherchips aus Japan. Partner bei der Übernahme sind nach offiziellen Angaben der südkoreanische Konkurrent SK Hynix sowie die langjährigen Toshiba-Kunden Apple und Dell. Bei dem Deal geht es um 2 Billionen Yen (knapp 15 Milliarden Euro oder 18 Milliarden US-Dollar), wie Toshiba bestätigte.

Der japanische Technologie-Konzern trennt sich von seinem Speicherchip-Bereich, um die Milliarden-Löcher in seiner Bilanz zu schließen. Sie waren durch das kostspielige Debakel im amerikanischen Atomenergie-Markt nach der Übernahme der Kraftwerk-Sparte des US-Konzerns Westinghouse entstanden. Ende März hatte Toshiba die Reißleine gezogen und für die US-Tochter Gläubigerschutz beantragt.

Lange Zeit hatte es so ausgesehen, dass Western Digital das Bieterrennen um die Speicher-Sparte, an dem auch die Foxconn-Mutter Hon Hai beteiligt war, für sich entscheidet. Der Verkaufsprozess war durch wechselnde Allianzen, nachgebesserte Offerten und die Einbindung von Gerichten spannend geworden. Zunächst war unklar, ob Western Digital gerichtliche Schritte gegen den Verkauf unternehmen will. Mit den Amerikanern betreiben die Japaner bereits ihre wichtigste Chipfabrik. 

Schweden Westinghouse Kernkraftwerk mit Firmenlogo (picture-alliance/dpa/P. Madej)

Milliardengrab: Toshibas amerikanische Kernkraftwerktechnik-Tochter Westinghouse

Unter Zeitdruck

Das 140 Jahre alte Unternehmen Toshiba stellt neben Halbleitern unter anderem Fernseher, Industrie-Kameras, Drucker und Energietechnik her. Die Kreditgeber hatten den japanischen Traditionskonzern dazu gedrängt, noch in diesem Monat den Chip-Verkauf über die Bühne zu bringen. Sie argumentierten, dass nur in dem Fall noch genügend Zeit ist, in der die Wettbewerbsbehörden die Transaktion ausreichend prüfen und noch vor Beendigung des laufenden Geschäftsjahres grünes Licht erteilen können. Sollte dies nicht gelingen, dürfte Toshiba große Finanzprobleme bekommen und müsste sich wohl von der Börse zurückziehen.

Allerdings stehen auch bei Toshibas Chipsparte dringende Investitionen an. Ansonsten droht die Nummer zwei in der Welt den Anschluss zu verlieren, da viele Rivalen gerade aus dem Vollen schöpfen und viel Geld ins Chipgeschäft stecken.

tko/ dk (rtr, dpa)

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