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Aktuell Amerika

Torontos Skandal-Bürgermeister verzichtet auf erneute Kandidatur

Die ganze Welt kennt einen kanadischen Regionalpolitiker: Torontos Bürgermeister Ford trank und nahm Drogen. Jetzt will er sich nicht mehr wiederwählen lassen - aber ein anderer Ford steht bereit.

Der kanadische Skandal-Politiker Rob Ford verzichtet auf eine Kandidatur für eine weitere Amtszeit als Bürgermeister der Millionenstadt Toronto. Er werde bei der Wahl des Stadtoberhaupts am 27. Oktober nicht antreten und sich stattdessen weiter um seine Gesundheit kümmern, erklärte Ford in einem offenen Brief. Ärzte hatten bei dem 45-Jährigen Magenkrebs diagnostiziert. "Ich könnte jetzt vor dem Kampf meines Lebens stehen und die Menschen in Toronto sollen wissen, dass ich diesen Kampf führen und gewinnen werde", heißt es in dem Schreiben des Politikers.

Die Skyline von Toronto (Fotolia)

Die Skyline von Toronto

Drogen und Alkohol

Der parteilose Ford ist seit 2010 Bürgermeister von Kanadas größter Stadt. Im Jahr 2013 waren Vorwürfe laut geworden, er habe sich mehrfach völlig betrunken, die gefährliche Droge Crack geraucht, Kokain genommen und sei betrunken Auto gefahren. Ford hatte die Anschuldigungen vehement bestritten und die Taten erst eingeräumt, als die Polizei eindeutige Beweise veröffentlichte.

Ford absolvierte einen zweimonatigen Aufenthalt in einer Entzugsklinik, der Medienberichten zufolge von weiteren Verhaltensauffälligkeiten überschattet wurde. Nach seiner Rückkehr ins Amt beteuerte Ford, er befinde sich auf einem "langen Weg der Gesundung".

Bruder Doug steht bereit

Obwohl ihn der Stadtrat wegen seiner Vergehen weitgehend entmachtet hatte, hielt Ford bis zuletzt an seiner erneuten Kandidatur fest. Erst eine Stunde vor dem Meldeschluss für Bürgermeisterkandidaten zog er zurück. Aber die "Ära Ford" muss in Toronto damit noch nicht zu Ende sein. Minuten vor Fristende meldete Doug Ford seine Kandidatur an, Robs älterer Bruder. Der 49-Jährige ist seit Jahren Stadtrat und nach Ansicht vieler Beobachter die "graue Eminenz" des scheidenden Bürgermeisters.

wl/wa (dpa, afp, rtr)