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Aktuell Deutschland

Tornado wütet in Kleinstadt Bützow

Die Schule fällt aus, Dächer sind abgedeckt, zwei Sporthallen dienen als Notunterkunft: Bützow in Mecklenburg-Vorpommern wurde von einem Tornado verwüstet. Auch in Hamburg und Lübeck tobten Unwetter.

Nach dem schweren Unwetter in der Kleinstadt Bützow bei Rostock beginnen jetzt die Aufraumarbeiten. Erst bei Tageslicht werde man das ganze Ausmaß der Schäden überblicken können, erklärten die örtlichen Behörden.

Mehr als 150 Einsatzkräfte waren in Bützow bereits in der Nacht mit ersten Aufräumarbeiten beschäftigt. Die Windhose hatte die Dächer vieler Häuser der 8000-Einwohner-Stadt abgedeckt, auch ein Krankenhaus und ein Pflegeheim sind betroffen. Im Zentrum von Bützow blieb kein Auto unbeschädigt. Einwohner berichteten von einem "Tornado", der knapp zehn Minuten gewütet habe.

30 leicht Verletzte

Die Kirche ist abgedeckt, auch das Rathaus weist Schäden auf. Trümmerteile blockieren die Straßen. Bürgermeister Christian Grüschow sprach von "massiven Schäden". Nach Angaben von Landrat Sebastian Constien wurden etwa 30 Menschen durch umherfliegende Trümmerteile leicht verletzt. Der Sachschaden gehe in die Millionen.

Notbetten in Sporthallen

Der Unterricht in zwei Schulen in Bützow - der Grundschule und der allgemeinen Förderschule - fällt vorerst aus. Die Schäden an den Gebäuden seien zu groß, teilte das Bildungsministerium in Schwerin mit. Die Abitur-Prüfungen im Fach Geschichte am Gymnasium finden dagegen wie geplant statt. Zwei Sporthallen wurden zu Notunterkünften mit rund 300 Betten umfunktioniert. Wegen der zum Teil stark beschädigten Gebäude können zahlreiche Bewohner wahrscheinlich erst am Wochenende in ihre Häuser zurückkehren.

Ein Todesopfer in Hamburg

Bei einem schweren Unwetter in Hamburg kam ein 26-jähriger Autofahrer ums Leben. Am Fischmarkt waren Teile eines Daches auf sein Fahrzeug gestürzt. Sturmböen mit Geschwindigkeiten bis zu 100 Stundenkilometern und Starkregen ließen in der Hansestadt Bäume und Äste auf Straßen und Autos stürzen. Der Verkehr war stark beeinträchtigt. Die Feuerwehr war wegen überfluteter Keller und umgestürzter Bäume im Dauereinsatz. Im Containerhafen in Hamburg-Waltershof rissen sich durch den heftigen Sturm fünf Schiffe los.

Auch in Schleswig-Holstein war die Feuerwehr verstärkt im Einsatz. Lübeck habe von dem Unwetter "am meisten abbekommen", teilte ein Feuerwehrmann mit. Starkregen drang auch in das bekannte Holstentor in der Hansestadt ein und überflutete Teile des Museums. Die Einsatzkräfte pumpten das Wasser aus den Gebäuden. Am Nordlandkai stürzte ein Hafenkran auf ein Containerschiff. Menschen wurden nicht verletzt, hieß es.

wl/fab (dpa)