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Welt

Tornado verwüstet Stadt in Missouri

Wenige Wochen nach der Tornadoserie mit Hunderten von Todesopfern im Süden der USA hat wieder ein gewaltiger Wirbelsturm das Land heimgesucht. Dieses Mal traf es den Bundesstaat Missouri. Dutzende Menschen starben.

Verwüstung nach dem Tornado in Joplin (Foto: dapd)

Joplin, Missouri: Ein Bild der Zerstörung

Der Tornado fegte direkt durch das Zentrum von Joplin, wie örtliche Medien am Montag (23.05.2011) berichten. Dabei habe der Sturm gewaltige Schäden in der 50.000-Einwohner-Stadt angerichtet. Nach Auskunft von Meteorologen war der Tornado von Regen und Hagel verhüllt, so dass eine frühzeitige Warnung nicht möglich war. Allein in Joplin seien mindestens 89 Menschen ums Leben gekommen, teilte ein Vertreter der Stadtverwaltung mit. Das Ausmaß der Verwüstungen ist so groß, dass die Opferzahl vermutlich noch steigen wird. Joplin liegt gut 200 Kilometer südlich von Kansas City im Südwesten Missouris.

"Praktisch verschwunden"

Kathy Dennis, Mitarbeiterin des Roten Kreuzes, sagte dem US-Sender CNN, sie habe noch nie ein solches Ausmaß an Zerstörung gesehen: "Ich würde sagen, 75 Prozent der Stadt ist praktisch verschwunden. Wir werden sehr viel Hilfe brauchen." Viele Hauptstraßen Joplins seien nicht mehr passierbar; Supermärkte, Tankstellen und zahlreiche Gebäude seien schwer beschädigt oder sogar vollkommen zerstört. Der Tornado zog eine zehn Kilometer lange und eineinhalb Kilometer breite Schneise der Verwüstung und zerriss die Stadt in zwei Teile. Nach Angaben der Behörden liegt etwa ein Drittel der Stadt in Trümmern.

Verwüstung nach dem Tornado in Joplin (Foto: dapd)

Joplin - nach dem Tornado

Das St. John's Regional Medical Center, ein siebenstöckiges Krankenhaus, musste evakuiert werden. Patienten wurden in umliegende Notunterkünfte gebracht. Laut Medienberichten schleuderte der Sturm medizinische Geräte aus dem Krankenhaus bis zu 100 Kilometer weit weg. An einer Universität wurde ein Notfall-Zentrum eingerichtet. In Teilen der Region fiel das Strom- und Telefonnetz aus.

Gouverneur ruft Notstand aus

Jay Nixon (Foto: dapd)

Gouverneur Jay Nixon

Angesichts der großen Schäden wurden Hilfskräfte aus dem gesamten Umland mobilisiert. Der Gouverneur von Missouri, Jay Nixon, rief den Notstand aus. Soldaten der Nationalgarde eilten zur Hilfe in die Region. Nixon warnte die Bewohner von Missouri vor möglichen weiteren Unwettern.

US-Präsident Barack Obama übermittelte den Opfern des Unwetters sein Mitgefühl und würdigte die Arbeit derer, die "in dieser sehr schweren Zeit" ihren Freunden und Nachbarn helfen.

Der Sturm war Teil einer Unwetterserie, die sich am Sonntag über zahlreiche US-Bundesstaaten erstreckt hatte. Erst im vergangenen Monat hatten Stürme verheerende Schäden in insgesamt sieben Bundesstaaten angerichtet. Mehr als 350 Menschen starben dabei – dies war die zweitschlimmste Katastrophe dieser Art in der Geschichte der USA. Derzeit kämpfen außerdem mehrere US-Staaten mit einem schweren Hochwasser am Mississippi.

Autorin: Naima El Moussaoui (dpa, afp, rtr)
Redaktion: Christian Walz

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