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Politik

Torjäger und Wahlsieger

4-4-2 oder 08/15? Auf das System kommt es an. Und: der Star ist die Mannschaft. Nicht nur im Fußball, sondern auch in der Politik - meint DW-Korrespondent Wolter von Tiesenhausen.

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Niemand wird den Fehler machen und die Qualität einer - zum Beispiel - Fußballmannschaft allein nach der Qualität ihres Kapitäns und Spielmachers beurteilen. Jeder weiß, daß es im Mannschaftssport auf das Team ankommt. Nur wer harmonisch zusammenspielt kann Meister werden. Einzelne Stars erregen zwar die Aufmerksamkeit des Publikums, doch ohne die Vorlagen der Mitspieler können sie allein kaum Tore erzielen.

In der Politik ist das zwar so ähnlich und doch tut das Umfeld, tun nicht zu letzt die Medien so, als komme es nur auf den jeweiligen Spitzenmann an. Es werden sogenannte Duelle arrangiert, alles blickt gebannt auf das Zusammentreffen im Deutschen Bundestag, doch niemand schaut auf die Mannschaften dahinter.

Bundeskanzler Schröder versichert, er verfüge über ein ausgezeichnetes Kabinett und habe nicht vor, jemanden auszuwechseln. Das wird richtig sein, denn immerhin hat er im Laufe der Legislaturperiode schon acht neue Spieler eingewechselt. Viel Ersatz bleibt da nicht. Der Konkurrent Stoiber preist seine Mannschaft als Kompetenzteam. Doch ob die Mitglieder später wirklich alle auf den Positionen spielen werden, für die sie aufgestellt wurden, hängt davon ab, welche Verstärkung der Koalitionspartner mitbringt.

In einer Woche geht es also nicht nur um zwei Spielmacher, sondern um mindestens zwei Mannschaften und - auch das ist wichtig - um zwei Spielsysteme.