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Welt

Top-Terrorist der Al-Kaida getötet

Fazul Abdallah Mohammed galt als meistgesuchter Terrorist Afrikas und als Chef des Terrornetzwerks Al-Kaida in Ostafrika. Nun soll er in Somalia getötet worden sein. Die USA sprechen von einem "bedeutenden Schlag".

Fazul Abdullah Mohammend (Foto: picture-alliance/dpa)

Künstler der Tarnung: Abdullah besaß bis zu 18 Namen

Nach dem Tod des Al-Kaida-Chefs Osama bin Laden ist die neueste Meldung aus Afrika ein weiterer Schlag gegen das Terrornetzwerk: Somalische Truppen haben den meistgesuchten Terroristen Afrikas, Fazul Abdallah Mohammed, getötet. Dies teilten Sprecher der Übergangsregierung in Somalia mit. Auch der kenianische Polizeichef Matthew Iteere bestätigte die Informationen in einem Interview mit der Zeitung "Daily Nation" am Samstag (11.06.2011). Der 38-jährige Abdallah soll bereits am Mittwoch an einem Kontrollpunkt nahe der somalischen Hauptstadt Mogadischu erschossen worden sein.

Experten untersuchen die Trümmer der US-Botschaft in Nairobi nach einem Bombenanschlag 1998 (Foto: AP)

Abdallah soll mitverantwortlich sein: Anschlag auf die US-Botschaft 1998

Bereits mehrfach war Abdallah, der als Chef der Al-Kaida in Ostafrika galt und seit Jahren weltweit gesucht wurde, irrtümlich totgesagt worden. Der somalische Geheimdienst berichtete, dass ein DNA-Test bereits die Identität Abdallahs bestätigt habe. Trotzdem wollen die kenianischen Behörden einen weiteren DNA-Test machen.

Der mutmaßliche Ostafrika-Chef der Al-Kaida soll für die Bombenanschläge in den US-Botschaften im kenianischen Nairobi und im tansanischen Daressalam 1998 verantwortlich gewesen sein. Sie gelten als erster Angriff des Terrornetzwerks Al-Kaida, bei dem mehr als 200 Menschen getötet und über 5000 verletzt wurden. Zuletzt soll Abdallah eine Führungsrolle innerhalb der radikalislamischen Al-Shabaab-Miliz übernommen haben. Diese kämpft in Somalia gegen die Übergangsregierung, die von den USA unterstützt wird.

Ein Rückschlag für die Al-Kaida?

Karte von Kenia mit angrenzenden Ländern (Grafik: DW)

Abdullahs Einsatzort: Ostafrika

Für US-Außenministerin Hillary Clinton ist der Tod des mutmaßlichen Al-Kaida-Chefs in Ostafrika ein "bedeutender Schlag" gegen das Terrornetzwerk. Es sei "ein gerechtes Ende für einen Terroristen, der so vielen Unschuldigen Tod und Schmerz gebracht hat", sagte Clinton am Samstag während einer Afrika-Reise in Tansania.

Abdallah, der auf den Komoren geboren wurde und auch kenianischer Staatsbürger war, war nach dem Tod Bin Ladens sogar als dessen möglicher Nachfolger gehandelt worden. Die US-amerikanische Bundespolizei FBI fahndete jahrelang nach ihm und hatte eine Belohnung von fünf Millionen US-Dollar für Hinweise ausgesetzt. Den US-Behörden waren zuletzt 18 verschiedene Namen bekannt, die Abdallah immer wieder benutzte. Er galt auch als Verkleidungskünstler.

Autor: Nicole Scherschun (afp, dpa)
Redaktion: Michael Wehling/Ursula Kissel

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