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Musik

Tonstudio für "Operndorf Afrika"

Christoph Schlingensiefs Projekt wächst: Die Robert Schumann Hochschule Düsseldorf kooperiert mit dem "Operndorf Afrika". Ein Student hilft bei der Einrichtung eines Tonstudios für das Projektdorf.

Es war eine große, aber unverhohlen vage Idee, die der Berliner Theater- und Filmregisseur Christoph Schlingensief kurz vor seinem Tod 2010 in die Tat umzusetzen begann. In der Nähe der burkinischen Hauptstadt Ouagadougou entstand ein "Operndorf": Alltagsleben und die Künste sollten sich eng miteinander verbinden, "damit", so der Künstler, "wir wieder lernen, wie Kreativität entsteht und sich entwickelt." Das Dorf sollte einer von ihm als "abgehoben" kritisierten Kunstszene als Vorbild dienen - mit einem lebendigen Kunstbegriff.

Krankenstation von Schlingensiefs Operndorf in Burkina Faso. Foto Copyright: Kéré Architecture

Krankenstation im Operndorf

In einer bereits 2011 eröffneten Schule werden mittlerweile 300 Kindern sowohl in den herkömmlichen Schulfächern als auch in Film, Tanz, Theater und Gesang unterrichtet. Auch eine Kantine und einige Wohnungen für Personal sind vorhanden; noch im Juni wurde eine eigene Krankenstation eröffnet. Nun kann ein weiterer Teil des Gesamtprojekts realisiert werden: Im Rahmen seines Studiums geht ein Student der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf im Oktober für drei Monate nach Burkina Faso, um ein Tonstudio einzurichten und Mitarbeiter vor Ort in die Studiotechnik einzuweisen. Die Aktion ist die erste Konsequenz eines langfristigen Kooperationsvertrages, den das "Operndorf Afrika" mit der Düsseldorfer Musikhochschule abgeschlossen hat.

Christoph Schlingensief Operndorf Afrika. Foto: Aino Laberenz (c) dpa

Schlingensief startete das Projekt 2010 in Burkina Faso

"Wir müssen von Afrika lernen. Das Konzept des Operndorfes regt dazu an, unseren Kunst- oder Opernbegriff zu überdenken", erklärte Professorin Dr. Heike Sperling. Wie die Robert Schumann Hochschule mitteilte, werden weitere Einsätze von Studierenden und Dozenten angestrebt. Schlingensief selbst sah das Projekt nicht als einseitige Entwicklungshilfe sondern als Experimentier- und Begegnungsstätte und vor allem als Dienst für die Kunst.

Seit Christoph Schlingensiefs Tod im August 2010 zeichnet sich seine Ehefrau Aino Laberenz als Geschäftsführerin der "Festspielhaus Afrika gGmbH" für das Projekt verantwortlich und arbeitet an seiner Realisierung und Weiterentwicklung.

dgp / rf / dpa / Robert Schumann Hochschule Düsseldorf / Stiftung Operndorf Afrika / Goethe-Institut

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