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Ton

Politiker, Sänger, Musiker, Handwerker: Alle müssen ihn richtig beherrschen, den Ton. Ansonsten kommt es zu Misstönen und Verstimmungen. Und die will ja keiner.‎

Hört man manche Politiker, meint man, Handwerker vor sich zu haben. Da wird etwas eingeräumt, unterstrichen oder ausgeräumt, was gerade eben eingeräumt werden musste. Zur Bestätigung wird es dann noch ausdrücklich oder nachdrücklich betont.

Im Ton vergreifen

Nicht nur in der Politik spielt der Ton eine wichtige Rolle, nicht nur Politiker können sich auch einmal im Ton vergreifen. Nein, jeder kann es. So verletzen wir zum Beispiel in großer Aufregung und Wut den guten Ton und brüllen unser Gegenüber derart an, dass er oder sie keine Töne mehr hat. Reuevoll geben wir dann zu, dass in einem solchen Ton nicht miteinander umgegangen werden kann und schlagen versöhnliche Töne an.

In demütiger Einsicht wird uns in solchen Situationen deutlich, dass die Redensart "Der Ton macht die Musik" tatsächlich ihre Entsprechung im richtigen Leben findet. Bevor wir es vergessen und sich die ungezählten Töpferinnen und Töpfer in aller Welt um die Erwähnung ihres Tons betrogen fühlen: Wir wollen wenigstens jenes feinkörnige Sediment von gelblicher bis grauer Farbe erwähnen, aus dem die wundervollsten Gefäße, auch Tontöpfe, mit kundiger Hand hergestellt werden.

Luftschwingung

Was den tönenden Ton angeht, so finden wir folgende Definition im Lexikon: Ein Ton ist "eine vom Gehör wahrgenommene gleichmäßige Schwingung der Luft, die im Unterschied zum Klang keine Obertöne aufweist".

Wir müssen nicht die endlose Reihe von Adjektiven aufzuzählen beginnen, die den Ton in seinem Charakter näher bestimmen. In der Musik ist der Unterschied zwischen Klang und Ton fließend.

Redensarten

Wenn man vom runden und weichen Ton beispielsweise einer Altstimme spricht, so ist natürlich gleichermaßen der Klang dieser Stimme gemeint. Die zarten Töne, die der Pianist auf dem wunderbar klingenden Flügel anschlägt, sind ebenfalls Klang.

Übrigens: Die Redensart "den falschen Ton anschlagen" ist direkt aus der musikalischen Praxis genommen. Wenn der Pianist während des Spiels eine falsche Taste anschlägt, ergibt dies eben einen Misston. Auch der Ausdruck "sich im Ton vergreifen" hat seinen Ursprung in der Musik. Es ist der Alptraum jedes Musikers, der ein Saiteninstrument spielt, sich während eines Konzerts zu vergreifen. Passiert ist passiert. Keine Möglichkeit zur Korrektur. Auch ein Halb- oder nur ein Viertelton daneben bleibt daneben.

Stimmige Töne

Als Stimmton zur Einstimmung von Einzelinstrumenten gilt in der traditionellen abendländischen Musik der so genannte "Kammerton", das auf 440 Hertz festgelegte, eingestrichene "A". Er ist gewissermaßen "tonangebend". Jemand, der – in übertragener Bedeutung – den Ton angibt, ist allerdings nicht unbedingt eine Orientierungshilfe für Wohlklang und Harmonie.

Harmonie sollte herrschen, wenn man nach der Redensart "Der Ton macht die Musik". handelt. "Ton" stammt vom lateinischen Wort "tonus", das wiederum dem griechischen "tónos" entstammt. Es bedeutet nichts anderes als das Anspannen der Saiten. Jedes Saiteninstrument wird durch das "Anspannen" der Saite beziehungsweise der Saiten auf die richtige Tonhöhe gebracht. Es wird "gestimmt". Die richtigen Töne, die jemand im zwischenmenschlichen Umgang anschlägt, sorgen dann auch für die harmonische Stimmung.

Einsingen

Wenn wir von Musik, Ton, Instrumentenstimmung sprechen, dürfen wir die menschliche Stimme nicht vergessen. Auch der Sänger, die Sängerin stimmt sich gewissermaßen durch das "Einsingen" ein.

Nur so ist gewährleistet, dass sich der Wohlklang, die Klangschönheit einer Gesangsstimme entfalten kann. Für Klangschönheit gibt es ein Wort, das dem italienischen Kunstgesang vom 17. Jahrhundert an den Namen gegeben hat: "Belcanto".


Belcanto

Er bedeutet weit mehr als nur den richtigen Ton zu treffen. Das wollen wir an dieser Stelle doch einmal ganz deutlich unterstreichen sowie ausdrücklich und nachdrücklich betonen. Und das, ohne uns im Ton zu vergreifen. Denn schließlich macht ja der Ton die Musik.

Fragen zum Text

Die Redewendung sich im Ton vergreifen bedeutet, …

1. dass man den guten Ton verletzt und sein Gegenüber anbrüllt.

2. dass die Saite einer Geige reißt.

3. dass unsere Lieblingsvase zerbricht.

Das Wort Ton kommt vom lateinischen …

1. tonus.

2. tinnitus.

3. tonnage.

Welche Redewendung ist richtig?

1. Der Ton macht die Musik.

2. Die Musik macht den Ton.

3. Der Ton mag die Musik.

Arbeitsauftrag

Schreiben Sie einen Text, in dem Sie mindestens zehn Wörter und Redewendungen verwenden, in denen Ton vorkommt.

Autor: Michael Utz

Redaktion: Beatrice Warken

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