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Kultur

Ton ab!

Melodien und Sounds stehen im Mittelpunkt der Biennale "Internationale Filmmusik" in Bonn. Vom 23. bis zum 30. Juni 2002 treffen sich Produzenten, Komponisten und Filmfans auf der weltweit einzigartigen Veranstaltung.

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Tanz den Theodorakis

Eine Mundharmonika und eine Melodie, die durch Mark und Bein geht. Der legendäre Italowestern "Spiel mir das Lied vom Tod" wäre ohne die Filmmusik des Komponisten Ennio Morricone niemals zum Kultfilm avanciert. Auch Leonardo Di Caprio und Kate Winslet hätten ohne die Sangeskraft von Celine Dion ziemlich trostlos auf dem Deck der Titanic miteinander geflirtet.

Kinofilme ohne musikalische Begleitung sind seit jeher undenkbar. Vom Mann am Klavier bis zum Sounddesigner im Hightec-Studio: Filmmusiker verstören, versöhnen und berühren, während andere im Rampenlicht stehen. Weltweit gibt es nur ein Forum, das sich der Filmmusik als eigenständigem Medium widmet.

Was wäre Ally ohne Vonda?

Bereits zum vierten Mal findet die Filmmusik Biennale in Bonn statt. 180 Beiträge aus über 50 Ländern wurden vorab eingereicht oder von Filmscouts bei internationalen Festivals entdeckt und in die ehemalige Bundeshauptstadt gebracht. Während sich Musikprofis ein Woche lang über neue Trends der Tongestaltung austauschen, kann der Filmfan beim umfassenden Rahmenprogramm genauer hinsehen und vor allem hinhören.

Einen Einblick in die Welt der audiovisuellen Möglichkeiten wollen die Veranstalter - Bundeskunsthalle und Filmstiftung Nordrhein-Westfalen - mit Kinovorführungen, Konzerten und öffentlichen Workshops geben. Herausragende (Ton)-Leistungen werden am Freitag (28.6) bei einer Open-Air-Gala auf dem Bonner Museumsplatz prämiert.

Tom Tykwer

Regisseur Tom Tykwer

Zur Verleihung des Internationalen Filmmusikpreises werden unter anderem der deutsche Erfolgsregisseur Tom Tykwer und die Musikerin Vonda Shephard (musikalischer Star der TV-Kultserie "Ally McBeal") erwartet.

Qual der Wahl

Vor der Preisvergabe ist eine internationale Jury damit beschäftigt, den Wettbewerbsfilm mit dem besten Zusammenspiel von Bild und Ton aufzuspüren. Das Kompetenzteam wird von Experten aus Indien, Polen, Kuba und Deutschland gebildet. Mit dabei ist der Deutsche Jürgen Knieper. Auch wenn der Name den meisten hierzulande nichts sagt, kennen doch fast alle mindestens zwei seiner Arbeiten: Die "Tatort"-Titelmelodie und das dramatische Streicherintro der "Lindenstraße". Knieper und seinen Kollegen wird es bei der klanglichen Vielfalt der Filmmusiken nicht leicht gemacht, einen klaren Favoriten zu küren.

Ethno oder Erlkönig?

Chinesische Opernlieder, 50er-Jahre Filmsongs und die Stimme von Nat King Cole bilden beispielsweise den Hintergrund für die melancholisch-poetische Liebesgeschichte "In the Mood for Love" aus Hong Kong. Franz Schuberts Erlkönig dient als musikalisches Motiv des ukrainischen Beitrages "Sum Vitru (Das Rauschen des Windes)" während der Film "Dilhiroj (Der Tanz der Männer)" aus Usbekistan ganz auf Ethnomusik setzt. Eine frische Mischung aus komplexen Ambient- und Triphop-Sounds verdichtet die intensive Visualität des deutschen Beitrags "Alaska.de".

Fördern und ehren

Jungen Filmmusikschaffenden bietet sich die Chance, einen der gut dotierten Europäischen Förderpreise zu gewinnen. Vielleicht reicht es dann später einmal zum Erich-Korngold-Ehrenpreis, der für das künstlerische Lebenswerke verliehen wird.

Diesjähriger Sieger ist der griechische Komponist Mikis Theodorakis. Einem breiten Publikum ist er durch den Oskar-



Mikis Theodorakis Komponist

Komponist Mikis Theodorakis

prämierten Film "Alexis Sorbas" bekannt. Zur Musik von Theodorakis bringt der Lebemann Alexis Sorbas (Anthony Quinn) einem jungen Dichter griechischen Bräuche und griechische Frauen näher. Gemeinsam tanzen sie den Sirtaki.


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