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Sport

Tommy Haas – ausgeschieden und doch Sieger

Es kam erwartungsgemäß: Die wundersame Reise von Tennisprofi Tommy Haas ist im Halbfinale von Wimbledon zu Ende gegangen. Mit 7:6, 7:5, 6:3 zog der große Favorit Roger Federer ungefährdet ins Endspiel ein.

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Nach 122 Minuten war Tommy Haas auf dem Platz der Verlierer – darf sich insgesamt aber dennoch mit Fug und Recht als Sieger fühlen und stolz auf sich sein. Haas war in seiner Karriere im Hinblick auf seine Gesundheit nie vom Glück gesegnet. Alleine in Wimbledon ist er dreimal frühzeitig an Verletzungen gescheitert. Doch Tommy Haas hat sich nie beklagt, hat nie aufgegeben. Nicht einmal drei Schulteroperationen an seinem Schlagarm – die Horrorvorstellung schlechthin für jeden Tennisprofi – konnten ihn klein kriegen.

Ganz im Gegenteil : Es ist ein Charaktermerkmal des gebürtigen Hamburgers, dass es für ihn immer wieder ein Anreiz war, zurückzukommen. Das führte im nicht gerade jugendlichen Sportleralter von über 30 Jahren zuletzt sogar dazu, dass er sich wieder in die Hände eines Coaches begab, der durchaus als harter Hund bekannt ist, und zur Zusammenarbeit mit einem der härtesten Konditionstrainer der Tennisszene. So manch anderer hätte sich längst im Garten in die Sonne gelegt und Tennis Tennis sein lassen

Damit verhält sich Haas im Herbst seiner Karriere professioneller als jemals zuvor. Das zeigte sich auch auf dem Platz, wo er gelassener, gereifter agierte und plötzlich ein perfektes Serve and Volley präsentierte, wie man es ihm angesichts seines Talents schon längst zugetraut, aber vor allem gerne früher gesehen hätte. So erreichte er auf beeindruckende Weise erstmals das Halbfinale in Wimbledon – neben seinen drei Halbfinalteilnahmen bei den Australian Open der größte Erfolg seiner Karriere

Vor der Leistung von Tommy Haas in den letzten Wochen – er hatte ja Federer in Paris am Rande einer Niederlage und kurz vor Wimbledon das Turnier von Halle gewonnen – kann man nur tief den Hut ziehen. Die Konkurrenz in Deutschland aber sollte intensiv darüber nachdenken, was es bedeutet, dass ihnen ausgerechnet der neben Rainer Schüttler älteste und vor allem gesundheitlich am häufigsten gebeutelte Spieler vormacht, wie es geht.

Autor: Wolfgang van Kann

Redaktion: Benjamin Wüst

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