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Aktuell Europa

Tomate, fertig, los

40.000 Menschen, 120 Tonnen Tomaten und jede Menge Alkohol – das ist die "Tomatina". Jedes Jahr strömen zehntausende Besucher nach Buñol bei Valencia. Die kleine Stadt droht mittlerweile fast aus allen Nähten zu platzen.

Mehr als 40.000 Spanier und Touristen haben die ostspanische Stadt Buñol wieder einmal in ein Meer aus Tomatensoße verwandelt. Die Regeln sind klar: Die Munition erst zerquetschen, dann werfen. So gibt es mehr Soße und es tut nur halb so weh.

Die Tomatenschlacht bedarf zudem der richtigen Kleidung. Viele Teilnehmer hatten sich vorsorglich das Hemd ausgezogen und die Augen zum Schutz vor dem brennenden Saft hinter Schwimmbrillen versteckt. Wie bei einem "Bloody Mary" kam zu dem Tomatensaft noch eine gehörige Menge Alkohol, bevor die jährlichen Feierlichkeiten beginnen konnten.

Menschliche Tomatensuppe

Wegen der vielen Teilnehmer hatten es die fünf mit Tomaten bepackten Lastwagen zunächst schwer, durch die menschliche Tomatensuppe zum zentralen Playa Mayor zu kommen. Aber nicht jeder stürzte sich mitten in das Geschehen. Zahlreiche Schaulustige belagerten die Balkone rund um den überfüllten Platz. Einige nutzten die Gelegenheit, um sich von oben an der "Tomatina" zu beteiligen.

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Tomatina

Die genauen Ursprünge des Fests sind unbekannt, allerdings soll ein Essensstreit zwischen Kindern angeblich zum Beginn der "roten" Tradition geführt haben. Seit 1945 findet die Tomatenschlacht jährlich in Buñol statt. Dass die kleine Stadt mit rund 10.000 Einwohnern am "Tag der Tomaten" fast aus allen Nähten platzt, muss in Kauf genommen werden, sagte ein Sprecher der Stadt. Die Tradition wolle es so. Zudem freue man sich über die rund 300.000 Euro, die das Fest unter anderem durch viele ausländische Touristen der Stadt einbringen soll – eine willkommene Finanzspritze im wirtschaftlich angeschlagenen Spanien.

Ein Kampf ohne Gewinner

Gewinner gibt es bei dem Kampf allerdings keine. Dafür gibt es einen inoffiziellen Wettkampf um die besten Accessoires. Einen Weg die Mode mit dem Praktischen zu verbinden, fand in diesem Jahr ein japanischer Tourist, indem er einen tomatenförmigen Helm trug.

Nach Ende der Schlacht geht es dann für viele Tomatenwerfer erstmal zu einem ausgiebigen Bad in den Fluss der Stadt.

lg/kle (afp, dpa)

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