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Deutschland

Toleranz durch Rap-Musik

Nach dem Motto "Deine Reime für ein gemeinsames Deutschland" sollen Schüler im eigenen Rap-Text ihre Gedanken für ein gutes Miteinander formulieren.

Maria Böhmer, Sängerin Julie und Tyron Ricketts (Foto: dpa)

Die Integrationsbeauftragte Böhmer (links) und der Musiker Ricketts bei der Präsentation des Wettbewerbs

Der Rap-Wettbewerb für den Integrationspreis "Respekt 2010 - Alles geht!" soll die Integrationsdebatte in Deutschland voranbringen. Jugendliche sind dazu aufgefordert, sich musikalisch mit Themen wie Toleranz und Integration zu beschäftigen. In einem eigenen Rap-Text sollen sie ihre Gedanken für ein gutes Zusammenleben in Deutschland zum Ausdruck bringen.

"Alles geht!"

Grundlage dafür ist der Song "Alles geht!" des in Deutschland erfolgreichen Sängers und Schauspielers Tyron Ricketts. Er hat zwei Strophen vorgegeben, die Teilnehmer des Wettbewerbs sollen bis zum 1. November online eine dritte Strophe beisteuern.

Maria Böhmer (Foto: dpa)

Maria Böhmer

Die Integrationsbeauftragte des Bundes, Staatsministerin Maria Böhmer, machte bei der Auftaktveranstaltung im Bundeskanzleramt deutlich, dass mit dem Wettbewerb "Respekt 2010" Jugendliche angeregt werden sollen, sich mit dem Thema Integration zu beschäftigen, denn Integration sei die Zukunftsfrage für unser Land. Weder mit Skandalisierung noch mit Ausblenden würden Probleme gelöst, sondern es brauche eine offene und ehrliche Diskussion, die die Dinge auf den Punkt bringe.

Niemand dürfe wegen seiner Herkunft, seiner Hautfarbe oder seines Geschlechts benachteiligt werden, betont die Bundesintegrationsbeauftragte. Das sei auch die Botschaft des Musik-Wettbewerbs: "Ich freue mich, dass Tyron Ricketts gesagt hat, er ist dabei, er will seinen Beitrag dazu leisten. Denn ich glaube, dass wir Jugendliche anders ansprechen müssen, wir müssen sie mit ihrer Sprache, in ihrer Lebenswirklichkeit abholen."

Für sie sei Tyron Ricketts ein Vorbild, schwärmte Böhmer: "Er hat als Musiker und Schauspieler unter Beweis gestellt, was er kann. Er ist erfolgreich und zeigt damit: Man kann es schaffen. Das gilt für alle Jugendlichen in diesem Land."

Vorurteile überwinden, gemeinsame Wege suchen

Tyron Ricketts (Foto: dpa)

Tyron Ricketts

Der 31-jährige farbige Ricketts ist Sohn einer Österreicherin und eines Jamaikaners und engagiert sich bereits seit langem für Toleranz und gegen Rassismus. Auch als Schauspieler in einer Filmreihe des Zweiten Deutschen Fernsehens ("Soko Leipzig") machte er sich schon einen Namen.

In den ersten beiden Strophen seines Rap-Songs "Alles geht!" beschreibt der Künstler Vorurteile und Probleme beim Zusammenleben. In der ersten Strophe heißt es: "Für nicht so richtig deutsche Deutsche läuft es nicht rund, das ist für alle ungesund, und ich sag Dir den Grund: Das große Ding schafft man nur im Verbund, zieht gemeinsam an 'nem Strang, der ist mittlerweile bunt."

Tyron Ricketts weiß aus eigener Erfahrung um die Probleme vieler Jugendlicher mit Migrationshintergrund. Aber er ruft sie auch dazu auf, nach gemeinsamen Wegen zu suchen. Da heißt es dann: "Im Finden von diesem neuen gemeinsamen Weg liegt auch eine Chance. Und das finde ich sehr wichtig, eine Liebe zu entwickeln zu diesem tollen Land, in dem wir leben."

Was Thilo Sarrazin angehe, den Auslöser einer bereits seit Wochen in Deutschland andauernden Integrationsdebatte, und dessen Äußerungen zu den hier lebenden Migranten, so sprach Tyron Ricketts von einer "griesgrämigen Sichtweise". Es gebe zwar Probleme im Zusammenleben, diese seien aber nicht durch eine "verbitterte Herangehensweise" zu lösen. Es gehe vielmehr darum, die Meinungen der jungen Leute zu hören, ihnen zuzuhören, daraus zu lernen und Taten folgen zu lassen. Die jetzige Diskussion biete die Chance zu einer ehrlichen, mutigen und konstruktiven Auseinandersetzung.

Für Tyron Ricketts steht eines fest: Es ist Zeit für ein neues Selbstbild von Deutschland, ein gesundes Selbstbewusstsein, in dem sich Deutschland als das sieht, was es ist - ein Land, in dem es 15 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund gibt.

Wie läuft der Wettbewerb ab?

Die Teilnehmer (Schüler von 13 bis 19 Jahren) zeichnen ihren Rap-Beitrag auf und laden ihn auf der Internetseite www.respekt2010.de hoch. In einer Vorauswahl werden die besten Beiträge ermittelt und prominent auf der Website gezeigt. Der Gewinner wird durch ein offenes Voting von den Usern bestimmt. Als Hauptpreis winkt eine professionelle Song- und Videoproduktion in Berlin gemeinsam mit Tyron Ricketts. Einsendeschluss für die Beiträge ist der 1. November 2010. Die Preisverleihung findet am 8. Dezember 2010 im Bundeskanzleramt statt.

Autorin: Sabine Ripperger

Redaktion: Kay-Alexander Scholz

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