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Asien

Tokio hofft auf Zuschlag für Olympia 2020

Nach 56 Jahren will Japan wieder Olympische Sommerspiele ausrichten. Die Organisatoren der Kampagne wollen sich die Erfolge Japans bei den Spielen von London 2012 zunutze machen.

Es war 1964, als Tokio zum bisher letzten Mal Gastgeber der Olympischen Sommerspiele war, ein Symbol des aus den Kriegsruinen auferstandenen neuen Japan. Für 2020 bewirbt sich das ostasiatische Land erneut um die Ausrichtung der Spiele. In den rund 300 Tagen, bis das Internationale Olympische Komitee (IOC) seine Entscheidung fällt, will Tokio mit einer Reihe von Veranstaltungen die japanische Öffentlichkeit für die Olympia-Kampagne mobilisieren.

Erfolg bei Spielen in London

Japans Sportfans sind stolz auf die Leistung der japanischen Delegation in London in diesem Jahr. Mit 38 Medaillen, darunter sieben goldenen, belegte Japan den sechsten Platz im Medaillenspiegel. Die Olympischen Spiele von London waren die bisher erfolgreichsten für Japan.

Judoka Kaori Matsumoto mit Londoner Gold (Foto: Getty Images)

Judoka Kaori Matsumoto mit Londoner Gold

Die Japaner holten die meisten Medaillen, nicht überraschend, in den Disziplinen Schwimmen (elf Medaillen), Judo (sieben) und Ringen (sechs). Aber es gab auch die erste Goldmedaille im Boxen für Japan seit 48 Jahren. Sie sicherte sich der Mittelgewichtler Ryota Murata.

Murata und der paralympische Schwimmer Takayuki Suzuki enthüllten am vergangenen Sonntag (18.11.2012) die riesige Uhr an der U-Bahn-Station Shibuya in Tokio, die die Minuten und Tage zählt, die bis zur Entscheidung des IOC am 7. September 2013 über den Ausrichter der Spiele von 2020 verbleiben.

Gute Chance für Nippon

Tokio hatte sich bereits um die Ausrichtung der Spiele 2016 beworben, war aber dem Mitbewerber Rio de Janeiro unterlegen. Jetzt soll es also 2020 werden. Es sind noch zwei weitere Kandidaten im Rennen: Madrid und Istanbul. Rom hatte seine Kandidatur wegen der finanziellen Schwierigkeiten Italiens zurückgezogen, vergleichbare Probleme Spaniens könnten auch dessen Bewerbung zunichte machen. Istanbuls Bewerbung leidet darunter, dass die Türkei ebenfalls 2020 die Fußball-EM ausrichten will. Eine gleichzeitige weitere sportliche Großveranstaltung ist aber nach den IOC-Regeln nicht gestattet. Umso größer ist Tokios Hoffnung, dass es diesmal klappt.

Schwimmerin Satomi Suzuki beim Start (Foto: Reuters)

Satomi Suzuki (Mitte) holte drei Medaillen für Japan.

Dafür wird von den Verantwortlichen die deutliche Unterstützung der Bevölkerung gefordert. "Um die Olympiabewerbung zum Erfolg zu führen, brauchen wir die Unterstützung des japanischen Volkes", sagte Tsunekazu Takeda, Präsident des Japanischen Olympischen Komitees. Ähnlich äußerte sich der Ex-Gouverneur Tokios, Shintaro Ishihara: "In einer gemeinsamen Anstrengung der ganzen Nation werden wir die Olympischen und Paralympischen Spiele 2020 in Japan verwirklichen", so der prominente Politiker. Bereits im Sommer wischte er Einwände beiseite, dass Tokios Einwohner und Steuerzahler möglicherweise nicht genügend Enthusiasmus für das Olympia-Projekt aufbringen könnten, denn aus ganz Japan würden Menschen nach Tokio kommen, um ihren Teil beizutragen.

"Kompakte Spiele" in der Mega-City

Die Organisatoren der japanischen Olympia-Kampagne führen ins Feld, dass Tokio "kompakte" Spiele anbietet, größtenteils in bereits existierende Arenen innerhalb eines Acht-Kilometer-Radius. Bei 40 Prozent der Austragungsstätten handelt es sich um gründlich renovierte Sportanlagen wie die Kampfsporthalle Budokan oder das Big Sight Convention Center.

Eine Reihe von Wettkämpfen soll auch in der Region Tohoku im Nordosten der Hauptinsel Honshu stattfinden. Diese leidet unter den Folgen der Tsunami- und Erdbebenkatastrophe von 2011. Es gibt Überlegungen, die olympische Fackel teilweise an der Küste von Tohoku entlang zu tragen, die von der Flutwelle verwüstet worden war. Auch die Fußball-Wettkämpfe sollen in der Region ausgetragen werden.

Zur Überprüfung des japanischen Bewerbungskonzepts für die Olympischen Sommerspiele wird Sir Craig Reedie, Leiter der Evaluierungskommission des IOC, im März 2013 in Tokio erwartet.