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Indonesien

Todesurteile sorgen für diplomatische Verstimmungen

Indonesien will Härte zeigen und setzt auf die abschreckende Wirkung. Doch die geplante Hinrichtung von ausländischen Drogenkriminellen hat auch politische Folgen. In Brasilien kam es zum Eklat.

Die drohende Hinrichtung des Brasilianers Rodrigo Gularte (Artikelbild) in Indonesien hat zu einer schweren diplomatischen Verstimmung zwischen beiden Länder geführt. Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff hat sich geweigert, das Beglaubigungsschreiben des neuen indonesischen Botschafters Toto Riyanto anzunehmen. Die Übergabe musste verschoben werden.

Todesstrafe für die Australier Andrew Chan und Myuran Sukumaran (Foto: Reuters)

Auch Andrew Chan und Myuran Sukumaran wurden zum Tode verurteilt

Das Außenministerium in Jakarta reagierte prompt und rief seinen designierten Botschafter aus Brasilien zurück. Zugleich bestellte das Ministerium den brasilianischen Botschafter in Jakarta ein, um den "stärkstmöglichen Protest" gegen den "unfreundlichen Akt" der brasilianischen Regierung zu vermitteln. Kritisiert wurde vor allem die Art und Weise, wie die Verschiebung mitgeteilt worden sei.

Rodrigo Gularte ist seit 2004 in indonesischen Gefängnissen. Er wollte mit sechs Kilogramm Kokain ins Land einreisen und wurde dabei ertappt. Auch die Australier Andrew Chan und Myuran Sukumaran sitzen wegen Heroinschmuggels im Todestrakt. Sowohl Australien als auch Brasilien und andere Staaten üben scharfe Kritik an den geplanten Exekutionen. Australien droht gar mit dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu Indonesien.

Der brasilianische Drogenhändler Marco Archer Cardoso Moreira wurde im Januar vor ein Erschießungskommando geführt (Foto: Reuters)

Der brasilianische Drogenhändler Marco Moreira wurde im Januar vor ein Erschießungskommando geführt

Am Freitag war die Vollstreckung der Todesurteile von der indonesischen Staatsführung "aus technischen Gründen" um einen Zeitraum "von drei Wochen bis zu einem Monat" verschoben worden. Die australische Regierung hatte Jakarta zuvor erneut zum Einlenken aufgefordert und an die umfangreiche Unterstützung nach dem Tsunami 2004 erinnert. Das Land drohte Indonesien gar mit dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen.

Vor einigen Wochen waren in Indonesien trotz internationaler Gnadenappelle sechs Verurteilte wegen Drogendelikten hingerichtet worden. Sie stammten aus den Niederlanden, Brasilien, Vietnam, Malawi, Nigeria und aus Indonesien selbst. Die Exekutionen lösten weltweit Empörung aus.

rb/qu (afp, ap, dpa)

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