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Asien

Todesurteile für drei Mumbai-Attentäter

Bei zwei unmittelbar aufeinanderfolgenden Bombenexplosionen waren am 25. August 2003 in Mumbai 54 Menschen getötet und mehr als 240 verletzt worden. Jetzt verurteilte ein Sondergericht drei Tatbeteiligte zum Tode.

Angeklagter des Mumbai Anschlags 2003 (Foto:ap)

Syed Mohammed Haneef Abdul Rahim, einer der verurteilten Angeklagten

Bombenanschlag auf das Gateway to India in Mumbai 2003 (Foto:ap)

Das 'Gateway to India' war eines der Anschlagsziele

Die drei Angeklagten, zwei Männer und eine Frau, waren bereits Ende Juli wegen Mordes in mehr als 50 Fällen sowie Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung schuldig gesprochen worden. Sie sollen die Anschläge vor sechs Jahren im Auftrag der aus Pakistan heraus operierenden Terrorgruppe Lashkar-e-Taiba verübt haben. Die Todesstrafe wird in Indien nur sehr selten verhängt. In diesem Fall berief sich der Richter auf die "äußerste Brutalität" der Tat. Die Attentäter hatten zwei hoch explosive Sprengsätze in den Kofferräumen von Taxis versteckt. Eine der beiden Autobomben war in unmittelbarer Nähe zum Wahrzeichen Mumbais, dem "Gateway of India“ ferngezündet worden, die andere auf einem Schmuckbasar in der Innenstadt. Mit der Tat wollten die Attentäter Rache nehmen für Gewalt von Hindus an Muslimen im westindischen Staat Gujarat.

Drei Anschläge in sechs Jahren

Gerichtsverhandlung um die Anschläge von Mumbai 2008 (Foto:ap)

Indische Zuschauer verfolgen den Terrorprozess um die Anschläge 2008

Der Doppelanschlag von 2003 war der erste von drei großen Terrorangriffen, die Mumbai in den vergangenen sechs Jahren erschütterten. Im Juli 2006 kamen 187 Menschen ums Leben, als in Vorortzügen und auf Bahnhöfen sieben Bomben explodierten. Im November 2008 starben mehr als 160 Menschen, als zehn Angreifer Luxushotels und andere Gebäude attackierten und tagelang besetzt hielten. Auch der einzige Überlebende dieser Anschläge, ein 21-jähriger Pakistaner, steht derzeit in Mumbai vor Gericht. Auch er soll im Auftrag von Lashkar-e-Taiba agiert haben. Im Falle einer Verurteilung droht ihm ebenfalls die Todesstrafe.

Pakistan bemüht sich um Aufklärung

Die Terrorgruppe Lashkar-e-Taiba (LeT) war Ende der 1980er Jahre von pakistanischen Geheimdiensten gegründet und jahrelang finanziert und unterstützt worden, um indische Soldaten in Kaschmir zu bekämpfen. Auf Druck Indiens und der USA wurde 2002 die Unterstützung offiziell eingestellt. In Indien wird jedoch gemutmaßt, dass die Terrorgruppe auch weiterhin gute Kontakte zum pakistanischen Geheimdienst unterhält.

Hafiz Mohammed Sayeed Gründer und Führer der extremistischen Moslemorganisation Lashkar-e-Toiba in Pakistan

Hafiz Mohammed Saed, Gründer und Anführer der LeT

Derweil beschäftigt sich das Oberste Gericht in Pakistan derzeit mit der Frage, ob der Gründer der Terrorgruppe, Hafis Saed, erneut verhaftet werden soll. Er war nach den Anschlägen von Mumbai im November 2008 festgenommen worden, musste aber im Juni aus Mangel an Beweisen wieder auf freien Fuß gesetzt werden. Jetzt hat Pakistan auf der Suche nach 13 verdächtigen Hintermänner der Anschlagserie die internationale Polizeibehörde Interpol eingeschaltet. Der Schritt zeige, dass Pakistan sich bemühe, die Terroranschläge wirklich aufzuklären, erklärte Interpol-Chef Ron Noble am Donnerstag. Interpol will die Namen der Verdächtigen und weitere Details an ihre 187 Mitgliedsstaaten weitergeben. (tl/böl/afp/dpa/epd/rtr)