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Aktuell Asien

Todesstrafe mit Gnadenfrist für Gu

Im Mordprozess gegen die Ehefrau des entmachteten chinesischen Spitzenpolitikers Bo Xilai ist das Urteil gefallen. Wegen Mordes wird Gu Kailai zum Tode verurteilt, es gibt aber eine Gnadenfrist von zwei Jahren.

China's former Chongqing Municipality Communist Party Secretary Bo Xilai (R) and his wife Gu Kailai stand at a mourning held for his father Bo Yibo, former vice-chairman of the Central Advisory Commission of the Communist Party of China, in Beijing in this January 17, 2007 file photo. China holds its most sensational trial this week since convicting the Gang of Four over 30 years ago, putting Gu Kailai, the wife of deposed leader Bo Xilai, in the dock for murder. Legal experts and activists expect her to receive the kind of rapid guilty verdict handed down in almost all Chinese criminal trials - the kind Gu once compared favourably to the United States where she felt the guilty risked going free on legal technicalities. Picture taken January 17, 2007. REUTERS/Stringer/Files (CHINA - Tags: CRIME LAW POLITICS) CHINA OUT. NO COMMERCIAL OR EDITORIAL SALES IN CHINA

Gu Kailai

Sollte Gu sich in diesem Zeitraum keiner weiteren Straftaten schuldig machen, bedeutet das Urteil für sie wahrscheinlich eine lebenslange Gefängnishaft, wie ein Augenzeuge des Verfahrens berichtete. Ein mitangeklagter Hausangestellter wurde wegen Beihilfe zu neun Jahren Gefängnis verurteilt. Beide hatten Geständnisse abgelegt.

Gu soll mit Hilfe des britischen Geschäftsmannes Neil Heywood versucht haben, Geld ins Ausland schaffen. Als der Plan aufzufliegen drohte, soll sie den Briten vergiftet haben - um die Karriere ihres Mannes Bo Xilai zu retten. Nach Bekanntwerden der Mord-Affäre, die in der regierenden kommunistischen Partei hohe Wellen schlug, verlor Xilai allerdings sämtliche politischen Ämter - darunter den Sitz im mächtigen Politbüro.

Die Polizei räumte in dem Prozess die Manipulation von Beweismitteln zugunsten Gus ein. Zu dem Verfahren waren nur staatliche Medien zugelassen.

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Urteil gegen Gu Kailai

Zunächst war von Alkoholvergiftung die Rede

Heywood war im November 2011 in einem Luxushotel der zentralchinesischen Stadt Chongqing tot aufgefunden worden. Die Leiche wurde schnell und ohne Autopsie eingeäschert. Die amtliche Diagnose lautete zunächst: Alkoholvergiftung.

An dieser Erklärung wurden aber wenige Monate später Zweifel laut. Wie es heißt, sollen Polizisten in der 30-Millionen-Stadt Chongqing betont haben, sie seien nicht bereit, eine Bescheinigung zum Alkoholtod des britischen Geschäftsmannes zu unterschreiben. Kurz darauf wurde der örtliche Polizeipräsident ohne Angabe von Gründen entlassen.

Bo Xilai - Aus der Öffentlichkeit verschwunden

Bo Xilai war damals Chef der Kommunistischen Partei in Chongqing und galt als aussichtsreicher Kandidat für einen Posten im ständigen Ausschuss des mächtigen Politbüros. Im Zuge des Skandals um Heywood wurde er aber entmachtet und seit Monaten nicht mehr öffentlich gesehen. Sein Sturz gilt als ein schwerer Schlag für die sogenannte "Neue Linke" in der Kommunistischen Partei Chinas.

Bo war wegen seiner "roten" Kampagne und seiner neo-maoistischen Linie zur Galionsfigur der linkskonservativen Kräfte geworden. Mit seiner Hilfe hofften sie, ihren Einfluss auszuweiten und sich gegen den marktorientierten Kurs der Reformer stemmen zu können. Nicht jedem in Peking gefiel das.

haz/qu (rtr, dpa, afp)

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