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Top-Thema – Podcast

Todesstrafe in Saudi-Arabien

Saudi-Arabien ist eines der Länder, das Straftaten wie Mord, Vergewaltigung oder Ehebruch mit dem Tod bestraft. Verbrecher werden öffentlich hingerichtet. Menschenrechtler fordern die Abschaffung der Todesstrafe. ‎

Ein zum Tode Verurteilter im Gefängnis

Ist die Todesstrafe richtig?

Aus einem Lautsprecher kommt eine Stimme, die die Taten eines soeben hingerichteten Verbrechers aufzählt: Vergewaltigung, Drogenhandel und Drogenbesitz. Henker Abdallah Al-Bishi wischt mit einem Tuch das Blut von seinem Schwert. Für ihn ist sein Job wie jeder andere. Er findet die Todesstrafe berechtigt. "Ich habe viele Leute enthauptet, die auch meine Freunde waren", erzählt er, "aber wer ein Verbrechen begeht, hat es verdient."

Al-Bishi ist einer von insgesamt sechs Henkern in Saudi-Arabien. 102 Menschen haben er und seine Kollegen im Jahr 2008 hingerichtet. In dem Land ist die islamische Rechtsordnung Scharia das Gesetz. Sie sieht für Straftaten wie Mord, Vergewaltigung, Drogenhandel oder Ehebruch immer noch die Todesstrafe vor. Die Todesstrafe ist tief in der Tradition des Landes verankert. Zweifel, ob sie falsch sein könnte, gibt es in der Bevölkerung kaum. Für die meisten Länder auf der Welt ist sie mittlerweile eine veraltete und grausame Tradition.

Amnesty International berichtet, dass 104 der zurzeit 140 zum Tode Verurteilten aus dem Ausland kommen. Sie sprechen oft kein Arabisch und haben weder Dolmetscher noch einen Rechtsanwalt. Für diese setzen sich Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International oder Human Rights Watch besonders ein.

Die Todesstrafe ist zwar kein direkter Verstoß gegen die Menschenrechte, allerdings fordern die Vereinten Nationen (UNO) ihre Mitgliedsstaaten zur Abschaffung der Todesstrafe auf. Seit Ende 2007 gibt es eine UNO-Resolution für den weltweiten Stopp von Hinrichtungen. Heute gibt es 58 Staaten, in denen noch die Todesstrafe angewendet wird.

Glossar

Straftat, die – das Verbrechen

Vergewaltigung, die – die Tatsache, dass man jemanden zum Sex zwingt

Ehebruch, der – die Tatsache, dass man Sex außerhalb der Ehe hat

jemanden hinrichten – jemanden töten (Substantiv: die Hinrichtung)

Menschenrechtler/in, der/die – eine Person, die für die Rechte der Menschen arbeitet

Abschaffung, die – eine Handlung, die dafür sorgt, dass etwas nicht mehr existiert (Verb: etwas abschaffen)

soeben – vor kurzer Zeit

Henker, der – hier: die Person, die die Aufgabe hat, jemanden → hinzurichten

Schwert, das – eine Waffe, die aussieht wie ein sehr großes Messer

jemanden enthaupten – jemandem den Kopf abhacken

etwas begehen – etwas machen (z. B. eine Straftat oder ein Verbrechen)

Rechtsordnung, die – das Gesetz

etwas ist in etwas verankert – etwas ist mit etwas fest verbunden

mittlerweile – jetzt nach langer Zeit

veraltet – so, dass etwas nicht mehr zur modernen Zeit passt

grausam – ohne Mitleid; so, dass Menschen sehr leiden müssen

Verstoß, der – die Nichtbeachtung einer Regel

Vereinten Nationen, die – internationale Gemeinschaft von 192 Staaten (UN – United Nations)

Resolution, die – hier: das Dokument, in dem eine Entscheidung und/oder Forderung steht

Fragen zum Text

1. Was ist die Aufgabe von Abdallah Al-Bishi und seinen fünf Kollegen?

a) Sie verurteilen Menschen, die Verbrechen begangen haben.

b) Sie richten Menschen hin, die zum Tode verurteilt wurden.

c) Sie verteidigen die Opfer von Verbrechern.

2. Ein großer Teil der Bevölkerung in Saudi-Arabien …

a) hält die Todesstrafe für richtig.

b) denkt, dass die Todesstrafe grausam und veraltet ist.

c) hat Zweifel, ob die Todesstrafe hilft, Verbrechen zu verhindern.

3. Ausländer, die in Saudi-Arabien vor Gericht kommen, …

a) haben meist gute Rechtsanwälte und werden daher seltener zum Tode verurteilt.

b) können nicht zum Tode verurteilt werden.

c) haben oft weniger Chancen, wenn sie kein Arabisch sprechen.

4. Ergänzen Sie diesen Satz mit dem passenden Verb: "In Saudi-Arabien ist für Mord oder Vergewaltigung die Todesstrafe …"

a) aufgezählt.

b) vorgesehen.

c) verankert.

5. Setzen Sie die richtige Form des Verbs ein: "Eine UNO-Resolution fordert, dass die Todesstrafe weltweit …"

a) stoppte.

b) gestoppt wird.

c) stoppen wird.

Arbeitsauftrag

Was ist Ihre Meinung zur Todesstrafe? Glauben Sie, dass diese, wie von der UNO gefordert, abgeschafft werden sollte? Begründen Sie Ihre Meinung und diskutieren Sie im Kurs.

Autor/in: Andrew Shale/Anne Gassen

Redaktion: Shirin Kasraeian

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