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Naturkatastrophen

Tod und Verwüstung nach Hurrikan "Maria"

Erst allmählich wird das ganze Ausmaß der Katastrophe sichtbar. Die Behörden rechnen damit, dass noch weitere Leichen gefunden werden. "Es ist schlimmer als in einem Kriegsgebiet", heißt es.

Puerto Rico Hurrikan Maria (Reuters/C. Garcia Rawlins)

Eine Frau im zerstörten Haus ihrer Nachbarn nach dem Durchzug von "Maria"

Allein auf der Insel Dominica kamen mindestens 15 Menschen ums Leben, wie Regierungschef Roosevelt Skerrit einem Fernsehsender sagte. Damit fielen insgesamt mindestens 18 Menschen "Maria" zum Opfer. Auf Dominica werden nach Angaben Skerrits noch immer zahlreiche Menschen vermisst.

Der Sturm war am Montag als Hurrikan der stärksten Kategorie über die kleine Insel mit 72.000 Einwohnern hinweggefegt. Danach war das Land praktisch vom Rest der Welt abgeschnitten. "Es ist schlimmer als in einem Kriegsgebiet", sagte Skerrit. "Wenn es keine weiteren Todesopfer gäbe, wäre das ein Wunder."

Babynahrung per Helikopter

Gegenwärtig gebe es keine Wasser- oder Stromversorgung und nur sehr begrenzte Kommunikationsmöglichkeiten, sagte der Regierungschef. Dringend benötigte Produkte wie Babynahrung oder Hygieneartikel müssten mit Helikoptern auf die Insel geflogen werden. Skerrit selbst musste während des Sturms gerettet werden, nachdem der starke Wind das Dach seiner Residenz mit sich gerissen hatte.

Dominica Hurrikan Maria (Getty Images/AFP/Str)

Bild der Verwüstung auf der Insel Dominica

Für das US-Außengebiet Puerto Rico rief Präsident Donald Trump den Katastrophenfall aus, die Insel sei völlig zerstört worden. Trump ordnete die Freigabe von Bundesmitteln für Puerto Rico an, um etwa Häuser zu reparieren und Notunterkünfte bereitzustellen. "Puerto Rico ist in einem sehr, sehr schlimmen Zustand", sagte Trump am Rande der UN-Generaldebatte in New York.

Ganz Puerto Rico war am Donnerstag ohne Strom, nachdem es von dem Sturm mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 240 Stundenkilometern getroffen worden war. Mindestens ein Mensch kam dort ums Leben. Auch auf auf der Insel Guadeloupe hatte "Maria" gewütet. Dort starben nach Behördenangaben zwei Menschen, zwei weitere wurden vermisst.

"Zerstörerischster Sturm des Jahrhunderts"

"Unser Leben, so wie wir es kannten, hat sich verändert", sagte die Bürgermeisterin der puerto-ricanischen Hauptstadt San Juan, Carmen Yulín Cruz. Zehntausende Menschen hatten in San Juan Zuflucht in Notunterkünften gesucht. Die Regierung hatte vorab landesweit rund 500 Notunterkünfte für 67.000 Menschen eingerichtet.

Der Gouverneur des US-Außengebiets, Ricardo Rosselló, sprach vom "zerstörerischsten Sturm des Jahrhunderts". Es könne Monate dauern, bis die Schäden wieder behoben seien, sagte Rosselló.

Was kommt nach "Irma" und "Maria"?

Am frühen Donnerstagmorgen hatte "Maria" vom Festland wieder in Richtung Meer abgedreht. Der Sturm bewegt sich mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 205 Stundenkilometern in Richtung der Turks- und Caicosinseln und der Bahamas.

Vor "Maria" hatte "Irma" in der Karibik und in Florida schwere Zerstörungen angerichtet. Mindestens 40 Menschen kamen ums Leben. Viele Wissenschaftler vermuten, dass schwere Wirbelstürme wie "Maria", "Irma" und davor "Harvey" aufgrund des Klimawandels an Intensität zunehmen.

jj/cgn (dpa, afp)