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Asien

Tod in der Halong-Bucht

Es sollte ein unvergessliches Urlaubs-Highlight werden. Doch stattdessen endete eine Bootstour durch die vietnamesische Halong-Bucht für zwölf Menschen tödlich.

Mast des gesunkenen Bootes in der Halong-Bucht (Foto: AP)

Nur der Mast des gesunkenen Ausflugsbootes in der Halong Bucht ist noch zu sehen

Das Unglück ereignete sich in der Nacht auf Donnerstag (17.02.). Um fünf Uhr morgens sei das Touristenboot im Nordosten Vietnams mit 27 Menschen an Bord gesunken, so ein Sprecher der Provinz-Regierung. Zwölf Menschen kamen dabei nach Angaben des vietnamesischen Außenministeriums ums Leben, darunter Urlauber aus Großbritannien, den USA, Russland, der Schweiz, Schweden, Frankreich und Japan. Auch für einen vietnamesischen Touristen und einen Übersetzer kam jede Hilfe zu spät.

Für das südostasiatische Land war es der schlimmste Bootsunfall seit 25 Jahren. Nur neun Gäste und sechs Besatzungsmitglieder konnten von Fischern in Sicherheit gebracht werden. Unter den Überlebenden war auch ein Deutscher, der sich nach seiner Rettung bei der Botschaft in Hanoi meldete. Weitere Bundesbürger sollen nach seinen Angaben nicht an Bord gewesen sein.

Rätseln um die Unglücksursache

Abtransport eines Opfers des Unglücks (Foto: Ap)

Abtransport eines Opfers

Noch ist nicht klar, warum genau das Ausflugsboot kenterte. Schlechtes Wetter wird als Unglücksursache aber ausgeschlossen. Es sei mild gewesen, erklärte ein Behördenvertreter. "Nach ersten Informationen ist ein Teil des Schiffes plötzlich auseinandergebrochen." Die Sicherheitsbestimmungen für Reisen in die Bucht sollen nun überprüft werden.

Die Passagiere wurden im Schlaf überrascht, die Opfer ertranken in ihren Kabinen. "Das Ganze dauerte zwischen 30 Sekunden und einer Minute", berichtete der US-Tourist George Fosmire. Seine Freundin sei aus dem Bett gefallen und habe ihn noch warnen können, da sei das Wasser bereits in die Kabine eingedrungen. "Ich musste mein Gesicht gegen die Decke drücken, um noch nach Luft schnappen zu können", erzählte der unter Schock stehende 23-Jährige, der sich schließlich aus einer Luke retten konnte, bevor er von einem anderen Boot aus dem Wasser gefischt wurde. Seine Freundin und eine weitere Amerikanerin, die mit ihnen die Kabine teilte, schafften es nicht mehr.

An Land warten Touristen auf Informationen über das Unglück und die Rettungsversuche (Foto: AP)

An Land warten Touristen auf Informationen über das Unglück und die Rettungsversuche

Touristenattraktion im Golf von Tonkin

Die Halong-Bucht liegt rund vier Autostunden östlich der Hauptstadt Hanoi und ist ein Magnet für Touristen aus aller Welt. Allein in den ersten zehn Monaten 2010 kamen mehr als 2,3 Millionen Besucher aus dem In- und Ausland. In der Bucht ragen fast 2000 Kalksteine teils mehr als 100 Meter aus dem Wasser. Die UN-Kulturorganisation Unesco hat das Gebiet wegen seiner einzigartigen Schönheit 1994 zum Weltnaturerbe erklärt. Die Dschunken fahren einzelne Inseln und Höhlen an. Die meisten Touristen übernachten mindestens ein Mal an Bord. Auch das Unglücksschiff war auf einer zweitägigen Tour.

Autorin: Esther Felden
Redaktion: Miriam Klaussner