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Kultur

Tod eines Wals

Trotz aller Rettungsbemühungen hat der Londoner Wal nicht überlebt. Forscher wollen nun herausfinden, ob möglicherweise Sonargeräte von Schiffen den Orientierungssinn des Wals gestört haben.

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Kein Happy-End für den Entenwal

Der vor London aufgetauchte Wal ist trotz einer aufwendigen und dramatischen Rettungsoperation verendet. Weltweit nahmen Millionen Menschen Anteil am Schicksal des Meeressäugers, der sich aus der Nordsee bis ins Zentrum der britischen Hauptstadt verirrt hatte.

FB Wal in der Londoner Themse, Hintergrund Tower Bridge

Spektakel Wal: Mehrere Schiffe begleiteten den Wal

Eine umfangreiche Untersuchung soll klären, warum der mehr als fünf Meter lange Entenwal die für ihn viel zu flache Themse hinaufschwamm, teilte das Rettungsteam am Sonntag mit. Aufschluss über die konkrete Todesursache erhoffen sich Forscher von einer Obduktion des Kadavers.

Tod auf dem Schiff

Walrettung in der Themse von London

Helfer packen das vier Tonnen schwere Tier

Zwar schafften es die Tierschützer, das rund vier Tonnen schwere Tier aus dem flachen Wasser der Themse auf ein Boot zu hieven und die Fahrt zum offenen Meer anzutreten. Die Helfer verloren den Wettlauf mit der Zeit. Am Samstagabend starb der Wal auf dem Weg zur See. "Es war ein mutiger, tapferer, aber letztlich tragischer Versuch, den Wal in Sicherheit zu bringen", sagte Leila Sadler vom britischen Tierschutzbund. "Er war schon ausgetrocknet, hatte keine Nahrung zu sich genommen, und der Aufenthalt außerhalb des Wassers ließ seine inneren Organe schrumpfen."

Die Gründe für das ungewöhnliche Verhalten des Tieres sind völlig unklar. Meeresbiologen und Veterinäre wollen unter anderem klären, ob möglicherweise Sonargeräte von Schiffen den Orientierungssinn des Wals gestört haben könnten.

Sonargeräte können nach Angaben von Forschern die Orientierung der Meeressäuger beeinträchtigen und sie veranlassen, zu schnell aufzutauchen.

Orientierungslos

Entenwal aus der Londoner Themse auf einen Kran gehievt

Kran hievt das Tier auf eine Barkasse

Der Entenwal war am Freitagmorgen zur Überraschung tausender Londoner und Touristen in der Themse aufgetaucht und an berühmten Londoner Wahrzeichen wie dem Westminster-Parlament mit dem Uhrenturm Big Ben vorbei geschwommen. Das Tier fand nicht mehr ins offene Meer zurück und strandete nach stundenlangem Umherirren am Samstagmittag bei Ebbe am Ufer des Stadtteils Chelsea. In vielen Ländern der Welt verfolgten Menschen an den Fernsehschirmen das dramatische Ringen um seine Rettung.

Der rund vier Tonnen schwere Entenwal war der erste dieser Art, der in der Themse gesichtet wurde, seit vor nahezu 100 Jahren Aufzeichnungen über solche Beobachtungen begannen. Die Kosten der Rettungsoperation wurden auf mehr als 100 000 Pfund (150 000 Euro) geschätzt. "Das waren wir uns schuldig, wir sollten so einen Versuch auch in künftigen Fällen immer wieder unternehmen", sagte der Meereskundler David Taylor Reportern.

Wal-Drama hilft Tierschutz

Entenwal aus der Londoner Themse liegt auf einem Rettungsboot

Das Ende: der Wal stirbt auf dem Schiff

Eine Sprecherin des Internationalen Tierschutzfonds IFAW sagte, die große Anteilnahme in aller Welt sei "rührend". Es wäre aber "noch besser, wenn die Menschen dies zum Anlass nehmen würden, um gegen das Abschlachten von Walen in anderen Teilen der Welt zu protestieren". So habe Japan gerade erklärt, in diesem Jahr doppelt so viele Wale töten zu wollen wie im vergangenen Jahr. (stl)

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