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Anis Amri

Tod eines Attentäters

Anis Amri war europaweit zur Fahndung ausgeschrieben. Das hat zwei italienische Polizisten möglicherweise veranlasst, ihn vor einem Mailänder Bahnhof zu kontrollieren. Doch wie kam er dahin und was passierte dann?

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Hat Amri allein gehandelt?

Er war nach dem Anschlag auf einem Berliner Weihnachtsmarkt der meistgesuchte Mann Europas. Die europaweite Fahndung nach Anis Amri lief seit Mittwoch, am Donnerstag kam ein internationaler Haftbefehl hinzu. Am frühen Freitagmorgen fiel er einer Polizeistreife vor dem Bahnhof Sesto San Giovanni im Großraum Mailand auf. 25 Minuten braucht man von hier aus mit der Metro nach Mailand.

Anis Amri sei sehr ruhig gewesen, habe italienisch gesprochen, wenn auch mit ausländischem Akzent, berichtet die Mailänder Polizeiführung. Der Tunesier hatte sich früher jahrelang in Italien aufgehalten und war dort im Gefängnis.

Den Polizisten sagte er demnach, er sei aus der südlichen Region Reggio Calabria, doch der Akzent habe den Beamten Christian Movio aufhorchen lassen. Movio forderte Amri auf, seinen Rucksack zu leeren. Daraufhin habe dieser eine geladene und entsicherte Pistole des Kalibers 22 aus der Jacke hervorgeholt - und geschossen. "Ohne zu zögern" habe der Tunesier gefeuert, sagte Italiens Innenminister Marco Minniti. Movio wurde an der Schulter getroffen, berichtet die Mailänder Polizei weiter.

Italien verletzter Polizist in Mailand (picture alliance /dpa/Polizia di Stato)

Der italienische Polizist Cristian Movio musste operiert werden

Der jüngere Polizist Luca Scatà (29), der sich hinter dem Streifenwagen versteckte, erwiderte das Feuer. Amri rief: "Polizisten-Bastarde". Scatà habe zwei Mal geschossen, dabei habe er Amris Brustkorb getroffen, heißt es. Alle Reanimationsversuche der Polizisten waren vergeblich. Nach zehn Minuten starb Amri.

Flucht über mehrere Grenzen

Sein Weg nach Italien ist nur grob bekannt. Auf seiner Flucht aus Berlin hat der mutmaßliche Attentäter mehrere Landesgrenzen überquert. Nach Polizeiangaben kam Amri mit dem Zug nach Italien. Er sei aus Frankreich, aus Chambéry in Savoien, nach Turin gekommen, berichtete der Mailänder Antiterrorchef Alberto Nobili. Von Turin in der italienischen Region Piemont sei er wiederum mit dem Zug nach Mailand gefahren, wo er gegen 1.00 Uhr in der Nacht zum Freitag angekommen sei.

Zwei Stunden später begegnete er vor dem Bahnhof den beiden Polizisten. 

rb/SC (afp, ap, dpa, rtr)

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