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Kultur

Tod einer Königin

Die weltberühmte kubanische Sängerin Celia Cruz ist tot. Die Königin des Salsa starb am Mittwoch (16.7.03) im Alter von 77 Jahren in ihrem Haus in Fort Lee im US-Bundesstaat New Jersey.

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Celia Cruz in Los Angeles (2002)

Medienberichten zufolge soll Cruz in Miami in Florida beigesetzt werden, wo sie unter den Exilkubanern eine große Fangemeinde hat. Die für ihre extravaganten Kostüme mit großen Dekolletés bekannte temperamentvolle Sängerin trug maßgeblich zur Verbreitung des typisch kubanischen Guaracha-Rhythmus bei. Mit Hüftschwüngen und rasanten Bühnenshows begeisterte sie Zuschauer in aller Welt.

Die kubanische Gemeinde in Miami wolle Abschied vom "größten Star in Kubas Geschichte" nehmen, sagte der Vorsitzende der Kubanisch-Amerikanischen Stiftung, Joe Garcia. In der Stadt und ihrer Umgebung leben rund 700.000 Exilkubaner. Wenige Tage vor Cruz war mit dem 95-jährigen Compay Segundo eine weitere kubanische Musikerlegende gestorben.

Sehnsucht nach Kuba

Cruz nahm im Laufe ihrer Karriere 70 Alben auf, von denen viele mit Gold oder Platin ausgezeichnet wurden. Im Februar 2003 wurde sie für die beste Salsa-Aufnahme des Jahres mit ihrem fünften Grammy geehrt. 1994 überreichte ihr der damalige US-Präsident Bill Clinton im Weißen Haus die höchste Auszeichnung für Künstler in den Vereinigten Staaten, die National Medal of Arts.

Cruz arbeitete mit zahlreichen Latino-Stars zusammen, unter ihnen der puertoricanische Percussionist Tito Puente und der Jazzmusiker Ray Barretto. Eines ihrer Markenzeichen war der schrille Ruf "Azucar" ("Zucker") bei ihren Auftritten, der laut Legende auf einen Wortwechsel zwischen ihr und einem Café-Kellner zurückging.

Cruz wurde am 21. Oktober 1925 in einem Armenviertel der kubanischen Hauptstadt Havanna geboren. Nach einer Ausbildung am Musikkonservatorium wurde sie 1950 Sängerin der Band "Sonora Matancera". Mit der Gruppe verließ sie zehn Jahre später die Karibikinsel und ließ sich in den USA nieder - ein Schritt, den ihr der kubanische Staatspräsident Fidel Castro "nie verziehen" hat, wie sie selbst einmal sagte. In ihre Heimat durfte Cruz danach nicht wieder zurückkehren. So handelten ihre Lieder denn auch nicht nur von der Liebe und dem Leben, sondern auch von der Sehnsucht nach Kuba und von der Hoffnung auf ein Ende der kommunistischen Herrschaft in dem Inselstaat.

Musikalische Botschafterin

Noch vor wenigen Monaten hatte Cruz gesagt, sie habe nicht die Absicht, mit dem Singen aufzuhören. Im November 2002 war sie wegen eines Gehirntumors operiert und seitdem wiederholt im Krankenhaus behandelt worden. Ihren letzten großen Auftritt hatte sie im März 2003, als zahlreiche Stars ihr zu Ehren ein großes Konzert in Miami gaben.

In ganz Lateinamerika löste der Tod der Salsa-Königin Bestürzung aus. In vielen Cafés wurden die Fernseher ausgeschaltet und die Lieder der Verstorbenen aufgelegt. Auch lateinamerikanische Radiostationen spielten die berühmte Salsa-Musik und erinnerten an das Leben der 'Botschafterin der lateinamerikanischen Kultur'. (afp)

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